Was für eine Machtdemonstration auf den Straßen Italiens! Beim Naples City Halbmarathon brannten die Sohlen, als der Lokalmatador Yemaneberhan Crippa die Konkurrenz nicht nur besiegte, sondern regelrecht deklassierte.
Der amtierende Europameister im Halbmarathon von 2024 hatte sich viel vorgenommen, doch was er am Sonntagvormittag ablieferte, war Laufsport der Extraklasse. Mit einer Zeit von 59:01 Minuten katapultierte er sich direkt in die Geschichtsbücher.
Rekordjagd beim Naples City Halbmarathon
Das Rennen startete gewohnt hektisch, doch Crippa ließ sich von der Nervosität im Feld nicht anstecken. Er sortierte sich blitzschnell in der zehnköpfigen Spitzengruppe ein und klebte förmlich am Rücken der Tempomacher. Es wirkte fast spielerisch, wie er das Tempo kontrollierte. Nach und nach dünnte sich das Feld aus, bis nur noch er und Andrea Kiptoo übrig blieben. Die beiden lieferten sich ein packendes Duell Schulter an Schulter, das die Zuschauer am Streckenrand in Ekstase versetzte.
Nach etwa 52 Minuten war die Zeit des Abwartens vorbei. Crippa zündete den Turbo und ließ Kiptoo stehen. Der Italiener wollte nicht nur den Sieg beim Napoli City Halbmarathon, er wollte die totale Dominanz. Mit einem brutalen Schlussspurt fegte er dem Ziel entgegen, immer die Uhr im Blick. Am Ende fehlte lediglich eine winzige Sekunde, um die magische 59-Minuten-Grenze zu knacken. Trotzdem bedeutet diese Zeit einen neuen italienischen Rekord und den zweiten Platz in der ewigen europäischen Bestenliste, knapp hinter dem Schweden Andreas Almgren.
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Ich bin wirklich so glücklich, weil ich einen meiner Träume erreicht habe, einen neuen italienischen Rekord. Ich bin sehr glücklich, unglaublich zufrieden, weil die Menge und die Atmosphäre mir so sehr geholfen haben; alles war perfekt. Ich habe mich auf viele Rennen vorbereitet, aber die Bedingungen müssen stimmen, und das war hier der Fall. Wenn man immer weiter macht und nie aufgibt, kommen die Ergebnisse früher oder später, gab Yemaneberhan Crippa später sichtlich bewegt zu Protokoll.
Finnische Sensation und kenianische Dominanz
Während Crippa vorne einsam seine Kreise zog, kämpfte Kiptoo dahinter verbissen und belohnte sich trotz der Niederlage mit einer massiven Steigerung seiner Bestzeit auf 59:27 Minuten. Auch Pietro Riva, der Silbermedaillengewinner der EM 2024, zeigte eine solide Leistung und sicherte sich in 60:32 Minuten den vierten Rang beim Naples City Halbmarathon.
Bei den Frauen war die Messe schnell gelesen. Lucy Ndambuki aus Kenia diktierte vom ersten Meter an das Geschehen und siegte souverän in 68:48 Minuten vor ihrer Landsfrau Nelly Cheptoo. Die Überraschung des Tages lieferte jedoch Susanna Saapunki ab. Die ehemalige olympische Kombiniererin aus Finnland, die erst 2020 zum Berglauf wechselte, pulverisierte ihre Bestzeit um unglaubliche drei Minuten. Mit 70:35 Minuten lief sie auf den dritten Platz und ist nun die viertschnellste Finnin aller Zeiten. Ein bemerkenswertes Comeback, nachdem sie in diesem Jahr zuvor noch kein einziges Rennen bestritten hatte.
Auch wenn die eine Sekunde zur 58er-Zeit schmerzt, blickt der Sieger bereits nach vorne. Es ist schade, dass ich eine Sekunde zu langsam war, aber ich werde nächstes Jahr wieder versuchen können, so der Rekordhalter kämpferisch. Der Naples City Halbmarathon hat einmal mehr bewiesen, dass er zu den schnellsten Pflastern Europas gehört.
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