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 In den letzten Wochen wurde viel über die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Vereine im europäischen Vergleich gesprochen.

Nach den Ergebnissen in der letzten Septemberwoche mit sechs Niederlagen an einem Spieltag wurde der deutsche Vereinsfußball quasi tot geschrieben. Tatsächlich sind die Chancen auf einen Titelgewinn aktuell eher gering für die deutschen Clubs.

Selbst Bundestrainer Joachim Löw meldete sich zu Wort und bezeichnete die Situation als „alarmierend“. Der Weltmeister-Trainer findet die Mitglieder seiner Mannschaft schon lange nicht mehr nur bei deutschen Clubs. Marc-André ter Stegen von Barcelona, Antonio Rüdiger von Chelsea und Leroy Sané aus Manchester sind nur drei Namen von aktuellen Nationalmannschafts Spielern, die ihr Geld außerhalb der Bundesliga verdienen. In dem Zusammenhang muss man aber auch sagen, dass immerhin noch 13 von 21 Spielern im aktuellen Kader aus der Bundesliga kommen. Wenn sich die Langzeitverletzten Neuer, Reus und Werner wieder erholt haben, wird diese Quote sogar noch steigen.https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/a08ff3ef36ca4bb093fd8d494e8c43d4

So schlecht scheint die Bundesliga also gar nicht besetzt zu sein. Man sollte sich bei aller Kritik auch einmal die Gegner der deutschen Mannschaften in besagter Septemberwoche ansehen.

Borussia Dortmund musste gegen Real Madrid antreten, die seit Jahren beste Mannschaft in Europa mit einem außergewöhnlichen Kader und einem herausragenden Trainer.

Bayern München spielte gegen Paris Saint-Germain, die sich vor dieser Saison wieder einmal extrem verstärkt haben und mit Neymar den teuersten Transfer der Fußballgeschichte tätigten.

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Bei beiden Mannschaften kann man also von normalen Niederlagen sprechen, die auf europäischer Bühne nun mal so passieren.

RB Leipzig musste im Hexenkessel von Istanbul antreten. Die Leipziger haben eine sehr junge Mannschaft, die zum ersten Mal internationales Terrain betritt. Auch wenn immer gesagt wird, dass sich die Fußballer nur auf das Geschehen auf dem Rasen konzentrieren sollen, kann die Atmosphäre in Istanbul keinen Menschen kalt lassen. Das hat man bei einigen Leipziger Spielern gesehen. Sie werden ihre Erfahrungen gemacht haben und das nächste Mal anders dort auftreten.

München und Leipzig haben ihre Niederlagen mittlerweile wieder ausgebügelt. Beide Mannschaften konnten unlängst Siege in der Champions League einfahren. Bayern spielte dabei gegen Celtic Glasgow ähnlich souverän wie in vergangenen Zeiten. Leipzig konnte mit einem Sieg gegen den FC Porto sogar ein Ausrufezeichen setzen. Die Portugiesen sind immerhin als Mitfavorit in die Gruppenphase gestartet.

Dortmund hingegen dümpelt weiter als Gruppenletzter durch die Gegend und hofft nunmehr, wenigstens noch in die Europa League zu kommen.

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Dort ist die Situation hingegen immer noch düster. Hoffenheim konnte zwar mittlerweile gewinnen, aber Köln und Berlin droht das direkte Aus in der Gruppenphase.

Die berühmte Dreifachbelastung aus Meisterschaft, Pokal und Internationalen Wettbewerb wird diesen Vereinen anscheinend zum Verhängnis. Im Gegensatz zu Bayern oder Dortmund haben diese Teams keine Erfahrung mit einer solchen Belastung – oder sie liegt schon Jahrzehnte zurück.

Nach den ersten schwachen internationalen Spielen hat man zudem den Eindruck, dass sich vor allem Köln stärker auf die Bundesliga konzentriert. Dort sind die Kölner aktuell Tabellenletzter. Ein Abstieg aus der Bundesliga wäre für die Kölner weitaus schlimmer als das Ausscheiden aus der Europa League. Die Kräfte werden die Domstädter daher wohl auf die Bundesligaspiele richten.

Im Zusammenhang mit dem aktuellen Abschneiden der deutschen Mannschaften wird auch immer wieder die berühmte Fünfjahreswertung der UEFA genannt. Diese Wertung gibt an, wie viele internationale Startplätze ein Land bekommt und richtet sich nach dem Abschneiden der Mannschaften in den internationalen Wettbewerben der letzten fünf Jahre. Es wurden schon Schreckensgespenster an die Wand gemalt, dass Deutschland seine Startplätze verliere. Als aktueller Vierter dieser Tabelle ist der Vorsprung auf den Fünften Frankreich aber noch so groß, dass es nach dieser Saison nicht zu gravierenden Änderungen kommen wird.

Foto Quellen: Wikimedia


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