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Lenkstein Wanderung 41: Blick vom Gipfel auf den Hochgall

Lenkstein Wanderung – Anspruchsvolle Tour mit Panoramagarantie

 
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Der Große Lenkstein (3.236 m) ist ein wuchtiger Gipfel in der Rieserfernergruppe in Südtirol und liegt in stolzer Nachbarschaft zum berühmten Hochgall.

Gravitätisch, rau und irgendwie ein bisschen geheimnisvoll – so steht der Lenkstein zwischen Italien und Österreich. Ein echter Dreitausender mit Charakter, der ambitionierte Bergfreunde über mehrere lohnenswerte Routen empfängt. Die landschaftlich vielleicht schönste Variante startet am idyllischen Antholzer See.

Die Tour führt vorbei an der Barmer Hütte – einem stillen Zeugen alpiner Tradition – und ist nicht nur körperlich fordernd, sondern belohnt mit spektakulären Ausblicken und drei möglichen Dreitausender-Gipfeln auf einer Tour. Ein echtes Highlight für alle, die es gern knackig mögen – sei es als fordernde Tagestour oder gemütlich mit Hüttenübernachtung.

In Summe müssen mehr als 2.000 positive Höhenmeter bewältigt werden - als Tagestour sportlich, als Zweitagestour mit Hüttenübernachtung entspannt. Idealerweise werden im Abstieg noch das Fenneregg (3.123 m) und das Rosshorn (3.068 m) mitgenommen. Der zusätzliche Zeitaufwand für das Fenneregg sind nur wenige Minuten, das Rosshorn fordert knapp 200 zusätzliche Höhenmeter. So kommt die Tour in Summe auf bis zu 2.300 Höhenmeter.

Route für die Bergtour auf den Lenkstein

  • Startpunkt ist die Tiroler Hütte westlich des Antholzer Sees.
  • Zunächst nordwärts auf einer Forststraße entlang, die Biathlon-Loipe wird überquert, bevor ein schmaler Wanderweg in den schattigen Wald führt.
  • Jetzt geht's richtig los: Der Pfad zieht sich einige hundert Höhenmeter steil durch den Wald, bevor das Gelände felsiger wird. Über Blockwerk und Geröll kämpft man sich zur Riepenscharte auf rund 2.700 Metern – hier darf geschnauft und kurz gefeiert werden, denn die Hälfte der Höhenmeter ist geschafft.
  • Ab hier folgt ein sanfter Abstieg von etwa 200 Höhenmetern Richtung Barmer Hütte. Wer keine Zeit für Kaiserschmarrn hat (schade eigentlich), bliebt links und umgeht die Hütte auf etwa 2.520 Metern Höhe.
  • Nun schlängelt sich der Pfad nordwärts, vorbei an den pittoresken Überresten der alten Barmer Hütte – perfekt für ein schnelles Instagram-Foto (wenn man denn noch Empfang hat).
  • Auf etwa 2.700 Metern folgt ein kurzer seilversicherter Abschnitt. Technisch harmlos, wenn man konzentriert bleibt – für schlotternde Knie gibt's aber keinen Grund.
  • Bei 2.950 Metern erreicht man die Scharte zwischen Rosshorn (rechts) und Fenneregg (links). Man hält sich links und steigt Richtung Fenneregg weiter auf.
  • Nun führt der Weg zum Lenksteinjoch auf rund 3.100 Metern. Der Grat wird direkt angesteuert, aber keine Sorge – kurz danach biegt der Weg rechts ab und umrundet diesen. Alles sauber markiert, verlaufen fast ausgeschlossen.
  • Knapp vor dem Gipfel wird noch eine kleine Scharte passiert. Jetzt hat man die Wahl: Entweder über ein harmloses Schneefeld kurz absteigen und dann über grobes Blockwerk hinauf oder – für die Gratliebhaber – direkt über den Grat zum Gipfel. Oder halt die Mischung: rauf über den Schnee, runter über den Grat. Flexibilität ist hier Trumpf. Steigeisen benötigt man übrigens am Schnee nicht.
  • Oben auf 3.236 Metern wartet der Lenkstein mit fantastischem Rundblick auf – unter anderem auf den Hochgall und Monte Nevoso. Gipfelkreuz ist vorhanden, Gipfelbuch leider Fehlanzeige (zumindest zum Zeitpunkt der letzten Besteigung).
  • Der Abstieg folgt zunächst zurück zum Lenksteinjoch. Wer noch Lust (oder schlicht keine müden Beine) hat, kann mit wenigen zusätzlichen Höhenmetern das Fenneregg (3.123 m) mitnehmen.
  • Und für die ganz Motivierten: Weiter zur Rosshornscharte, dann hinauf auf das Rosshorn (3.068 m) – lohnend, denn von hier hat man einen tollen Blick auf den Gletschersee Sankt-Josef im Norden.
  • Schließlich geht es denselben Weg zurück. Achtung: Nach der Barmer Hütte wartet noch ein fieser Gegenanstieg von gut 200 Höhenmetern zur Riepenscharte. Der letzte kleine Konditionstest für die Oberschenkel.

Alternative Routen führen vom Staller Sattel oder von der Patscherhütte (beide Österreich) über die Barmer Hütte. Auch vom Ahrntal in Südtirol ist der Aufstieg möglich – z. B. über die Kasseler Hütte.

Streckenplan:

Lenkstein Wanderung vom Antholzer See: Streckenplan


Lenkstein Schwierigkeit

Wem der Begriff "sportlich" bisher nur vom Fernsehprogramm bekannt ist, sollte vielleicht zwei Tage einplanen. Denn mit gut 2.000 Höhenmetern Aufstieg hat diese Tour es definitiv in sich. Aber keine Angst: Für halbwegs trainierte Berggeher ist das Ganze durchaus machbar – vor allem mit einer Übernachtung.

Der Aufstieg zur Riepenscharte ist steil und schweißtreibend, aber technisch unschwierig. Oben raus wird’s stellenweise etwas ausgesetzt, doch wer konzentriert bleibt, braucht hier keinen Nervenarzt.

Für komplette Bergneulinge ist diese Tour aufgrund der Länge und Höhenmeter nicht zu empfehlen. Für erfahrene Wanderer mit Kondition aber ein echtes Hochgebirgsabenteuer.


Empfohlene Ausrüstung

Gute Trail- oder Bergschuhe sind Pflicht. Steigeisen? Nett gemeint, aber selbst im Juni meist überflüssig – das kurze Schneefeld ist flach und gut zu begehen.

Mitnehmen sollte man auf jeden Fall: genügend Verpflegung, viel Wasser (auch wenn es oberhalb der Barmer Hütte ein paar Wasserfälle als Auffüllstation gibt), Sonnencreme und Sonnenbrille.


Optimale Jahreszeit

Ab Mitte Juni ist die Tour meist gut machbar – mit ein paar Restschneefeldern, die eher Deko als Gefahr sind. Im Hochsommer ist die Route in der Regel nahezu schneefrei. Bis Ende September oder dem ersten Schneefall bleibt die Besteigung gut durchführbar.


Anreise und Parken

Die Anfahrt erfolgt über die Obertaler Straße (Via Anterselva di Sopra) zum Antholzer See. Am westlichen Ufer liegt das bekannte Biathlon-Stadion – hier gibt es kostenpflichtige Parkmöglichkeiten. Am östlichen Ufer existiert ein kleiner, kostenloser Parkplatz, der im Sommer allerdings meist hoffnungslos überfüllt ist. Früh sein lohnt sich!


Alle Informationen: Lenkstein Wanderung von Südtirol

Art der Tour
Schwierigkeit der Tour
Schwierigkeit Klettern
Max. Möhe
3236 Meter
Min. Höhe
1642 Meter
Höhenmeter
2350 Höhenmeter
Datum der Bergtour
21.06.2025
Adresse Startpunkt
39030 Rasun-Anterselva, Via Anterselva di Sopra
Dauer
11:00 Stunden
Distanz
19.2 km
Eigenschaften
  • Abschnitte durch Wälder
  • Als Zweitagestour mit Hüttenübernachtung möglich
  • Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Talort möglich
  • Durchgehend markierte Route
  • Einkehrmöglichkeit(en) entlang der Route
  • Felskontakt entlang der Route
  • Kostenlos Parken
  • Kostenpflichtiges Parken oder Maut
  • Schotter-Passagen
  • Sehr ruhige Bergtour
Frequenz
niedrig = großteils ruhige Tour
Rastmöglichkeiten
Beste Jahreszeit

Ort

PLZ
39030
Straße
Via Anterselva di Sopra
Gebirgsgruppe

Route (GPX-Strecke): Lenkstein Wanderung von Südtirol

Die Route mit Höhenprofil und GPX-File zur Tour: Strecke Lenkstein Wanderung von Südtirol

Hotel oder Unterkunft in Rasun-Anterselva

Bergwetter Rasun-Anterselva

Fotos

Lenkstein Wanderung 41: Blick vom Gipfel auf den Hochgall
Lenkstein Wanderung 01: Start bei der Tiroler Hütte, westlich vom Antholzer See.
Lenkstein Wanderung 02: Kurz entlang einer Forststraße über eine Brücke Richtung Norden.
Lenkstein Wanderung 03: Kurze Zeit später leitet nun ein Wanderweg weiter nördllich bergauf durch den Wald.
Lenkstein Wanderung 04: Querung der Biathlon-Loipe vor dem Beginn des Wanderwegs.
Lenkstein Wanderung 05: Es folgen nun gut 1.000 knackige Höhenmeter bis zur Riepenschafte. Der erste Abschnitt führt durch den Wald.
Lenkstein Wanderung 06: Blick auf die Riepenscharte, wo sich links davon der Grat zum Hochgall aufbaut.
Lenkstein Wanderung 07: Blick zurück.
Lenkstein Wanderung 08: Nach der Waldgrenze folgt nun ein langer Anstieg über Blockgestein zur Riepenscharte.
Lenkstein Wanderung 09: Der Weg ist immer gut markiert, verläuft zunächst links Richtung Durrerspitze und danach rechts Richtung Ohrenspitzen.
Lenkstein Wanderung 10: Im langen Anstieg zur Riepenscharte.
Lenkstein Wanderung 11: Blick von der Riepenscharte auf gut 2.700 Metern Höhe zur Kleinen Ohrenspitze.
Lenkstein Wanderung 12: Nach der Riepenscharte folgt ein 200 Höhenmeter langer Abstieg Richtung Barmer Hütte.
Lenkstein Wanderung 13: Bei der Riepenscharte.
Lenkstein Wanderung 14: Nun nordöstlich bergab Richtumg Barmer Hütte.
Lenkstein Wanderung 15: Mitte Juni gibt es natürlich noch das eine oder andere Schneefeld nordseitig.
Lenkstein Wanderung 16: Mischung aus Schnee und Sand.
Lenkstein Wanderung 17: Blick auf die Barmer Hütte, die man aber links liegen lässt, sofern man die gesamte Wanderung als Tagestour macht.
Lenkstein Wanderung 18: Zur Barmer Hütte wäre es ein Umweg von nur wenigen Minuten. Also auch im Abstieg ideal zur Einkehr.
Lenkstein Wanderung 19: Nun geht es aber wieder sanft bergauf Richtung Norden.
Lenkstein Wanderung 20: An der Gabelung eines alternativen Aufstiegsweges von der Patscherhütte. Die Route führt links weiter sanft bergauf.
Lenkstein Wanderung 21: Blick auf die weitere Route.
Lenkstein Wanderung 22: Vorbei an den Resten der alten Barmer Hütte.
Lenkstein Wanderung 23: Blick zurück auf die Barmer Hütte und die Riepenscharte.
Lenkstein Wanderung 24: Nun folgt eine anspruchsvollere Passage.
Lenkstein Wanderung 25: Stetig bergauf auf gut markiertem Wege.
Lenkstein Wanderung 26: Ein kurzer seilversicherter Abschnitt. Das Schneefeld umgehe ich oben, weil der Schnee noch zu fest war.
Lenkstein Wanderung 27: Der Abschnitt ist nicht zu unrecht mit einem Stahlseil versichehrt, immerhin ist es hier aufgrund eines kleinen Wasserfalls teilweise rutschig.
Lenkstein Wanderung 28: Nach der Passage lässt sich bereits das Rosshorn sichten, dass man im Abstieg noch mitnehmen kann (nur 200 Höhenmeter zusätzlich).
Lenkstein Wanderung 29: Es geht aber nun links weiter Richtung LST = Lenkstein.
Lenkstein Wanderung 30: Ein weiteres, einfaches Schneefeld. Links der Blick zum Fenneregg.
Lenkstein Wanderung 31: Unterhalb des Fennereggs, geht es nun nach rechts zu einem Grat.
Lenkstein Wanderung 32: Blick auf das Fennerregg und im Hintergrund der Hochgall.
Lenkstein Wanderung 33: Den Grat ansteuern.
Lenkstein Wanderung 34: Allerdings nur kurz am Grat entlang.
Lenkstein Wanderung 35: Anschließend wird der Grat rechts umgangen (gut markiert).
Lenkstein Wanderung 36: Und schon ist der Lenkstein in Sicht. Entweder direkt am Grat zum Gipfel oder kurz am Schneefeld entlang und dann über das Blockgestein aufsteigen.
Lenkstein Wanderung 37: Im Aufstieg entscheide ich mich für die Variante über das Schneefeld.
Lenkstein Wanderung 38: Kurze Zeit später stehe ich bereits vor dem Gipfel.
Lenkstein Wanderung 39: Panorama vom Gipfel.
Lenkstein Wanderung 40: Blick Richtung Nordosten auf den Sankt-Josef-See (Gletschersee).
Lenkstein Wanderung 42: Blick Richtung Monte Nevoso / Schneebiger Nock.
Lenkstein Wanderung 43: Selfie vom Gipfel mit Hochgall im Hintergrund.
Lenkstein Wanderung 44: Im Abstieg nehme ich den Weg über den Grat, oder knapp rechts darunter.
Lenkstein Wanderung 45
Lenkstein Wanderung 46: Im Abstieg nehme ich nun das Fenneregg mit. Auch von dort ist der Hochgall prächtig zu sehen.
Lenkstein Wanderung 47: Wer nun noch Lust hat, steigt auf das Rosshorn auf. Der Aufstiegsweg führt mittig direkt auf den Gipfel.
Lenkstein Wanderung 48: Blick vom Fenneregg Richtung Ohrenspitzen.
Lenkstein Wanderung 49: Fenneregg mit Hochgall im Hintergrund.
Lenkstein Wanderung 50: Nach einem Abstieg zur Rosshornscharte nehme ich nun noch das Rosshorn mit. Die 200 Höhenmeter sind geschenkt...
Lenkstein Wanderung 51: Am Gipfel des Rosshorn auf 3.068 Metern Höhe.
Lenkstein Wanderung 52: Blick vom Rosshorn Richtung Lenkstein (rechts) und Fenneregg (ganz links).
Lenkstein Wanderung 53: Auch vom Rosshorn ist der Hochgall gut zu sehen.
Lenkstein Wanderung 54: Blick vom Rosshorn zum Gletschersee.
Lenkstein Wanderung 55: Abstieg nun auf identischem Wege Richtung Hütte.
Lenkstein Wanderung 56: Nach der Hütte ist auf Karten ein zweiter Weg etwas weiter westlich zur Riepenscharte eingezeichnet. Dieser ist aber in katastrophalem Zustand und deutlich mühsamer.
Lenkstein Wanderung 57: Kurz vor der Riepenscharte die letzten positiven Höhenmeter des Tages.
Lenkstein Wanderung 58: Im Bereich der Riepenscharte mit Blick Richtung Hochgall.
Lenkstein Wanderung 59: Abstieg zum Antholzer See.
Lenkstein Wanderung vom Antholzer See: Streckenplan
Lenkstein Wanderung vom Antholzer See: Höhenprofil

Karte

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1 Bewertung
(Aktualisiert: 17 Oktober 2025)
Gesamtbewertung
 
4.3
Atmosphäre
 
4.5
Ausdauer
 
4.5
Technik / Schwierigkeit
 
3.0
Konditionell fordernde Tour mit kurzen Passagen, die etwas anspruchsvoller sind. Großartiges Panorama von den Gipfel und sehr ruhig.
H
#1 Bewerter
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