Der Startschuss in die neue Trailsaison fällt, und plötzlich geht es wieder steil bergauf. Lange Distanzen, knackige Höhenmeter und ruppige Passagen stehen auf dem Plan.
Genau hier will Salomon mit seinem neuen Flaggschiff punkten: dem S/LAB ULTRA GLIDE 2. Ein Schuh, der auf dem Papier alles kann. Die Frage ist nur, ob er das auch auf dem Trail beweist und ob der Preis noch im Rahmen liegt.
Trailrunning boomt und das Material zieht nach
Die Szene wächst seit Jahren konstant. Veranstaltungen wie der Lindkogel Trail oder die Mayrhofen Ultraks Zillertal melden volle Startfelder. Immer mehr Läufer wagen sich an Distanzen jenseits der klassischen 42 Kilometer und investieren gezielt in spezialisierte Ausrüstung.
Mit dieser Entwicklung steigen auch die Erwartungen. Schuhe sollen leicht sein, gleichzeitig aber stundenlang Dämpfung, Stabilität und Schutz liefern. Komfort auf Ultrastrecken ist längst kein Bonus mehr, sondern Pflichtprogramm.
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Technik für lange Tage im Gelände
Der S/LAB ULTRA GLIDE 2 setzt genau hier an. Salomon hat das Modell spürbar überarbeitet und vor allem an der Passform gefeilt. Die neue Matryx-Oberfläche bringt mehr Widerstandsfähigkeit, ohne zusätzlich Gewicht auf die Waage zu packen. Gerade auf technischen Trails ein Vorteil, wenn Felsen und Geröll nicht lange fackeln.

Auch im Fersenbereich wurde nachjustiert. Mehr Halt sorgt für Sicherheit, während die nahtlose Konstruktion Reibung reduziert. Das Ziel ist klar: Auch nach Stunden soll sich der Schuh noch präzise und angenehm anfühlen.
Unter dem Fuß bleibt vieles vertraut. Die Sohleneinheit liefert weiterhin ein gleichmäßiges, gedämpftes Laufgefühl. Egal ob Trainingsrunde oder 100-Meilen-Abenteuer, der Charakter bleibt konstant.
Dämpfung mit System
Im Kern arbeitet eine Dual-Schaum-Mittelsohle. Zwei besonders weiche Materialien werden kombiniert, um Dämpfung, Stabilität und Energierückgabe in Einklang zu bringen. Gerade auf langen Strecken spielt das eine entscheidende Rolle, denn jede unnötige Belastung summiert sich mit jedem Schritt.
Zusätzlich kommt eine auffällige Sohlengeometrie ins Spiel. Die wellenförmige Struktur verteilt den Aufprall gleichmäßig und reduziert die Belastung. Zusammen mit solidem Grip entsteht ein kontrolliertes Laufgefühl, das besonders auf wechselndem Untergrund überzeugt.
Der große Haken beim Preis
So weit, so stark. Doch dann kommt der Punkt, der viele Läufer stutzen lässt: rund 250 Euro für einen Trailschuh. Klar, High-End-Technologie kostet. Aber ist es wirklich vertretbar, so tief in die Tasche zu greifen?
Der Markt zeigt ein anderes Bild. Es gibt inzwischen zahlreiche Alternativen, die ähnliche Leistungen bieten und deutlich günstiger sind. Gerade ambitionierte Hobbyläufer müssen sich die Frage stellen, ob der Mehrwert den Aufpreis rechtfertigt oder ob hier auch ein Stück Markenimage mitverkauft wird.

Am Ende bleibt der S/LAB ULTRA GLIDE 2 ein beeindruckendes Gesamtpaket. Viel Komfort, durchdachte Konstruktion und starke Performance auf langen Distanzen. Doch wer nüchtern rechnet, wird feststellen, dass Spitzenleistung im Trailrunning längst nicht mehr zwingend 250 Euro kosten muss.
Mein Fazit daher: Ein Schuh für alle, die keine Kompromisse eingehen wollen und bereit sind, dafür tief zu investieren. Alle anderen finden genug Optionen, die dem Trailspaß kaum im Weg stehen.
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