Triathlet Tjebbe Kaindl
Gut positioniert kam Kaindl bei der EM in Istanbul aus dem Wasser (© ÖTRV)
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Tjebbe Kaindl läuft bei der EM in Istanbul ins Rampenlicht

Die Triathlon Europameisterschaften 2025 in Istanbul hatte alles: Wellen im Bosporus, glühende Hitze, ein gnadenloses Tempo – und einen Tiroler, der mittendrin für Furore sorgte.

Tjebbe Kaindl stürmte auf einen starken sechsten Platz und verpasste die Medaille um gerade einmal 12 Sekunden. Ein Ergebnis, das österreichische Triathlon-Geschichte schreibt.

Hitzeschlacht im Bosporus

Schon das Schwimmen war eine Herausforderung: Zwei Runden à 750 Meter im Bosporus, die mit ihrem heftigen Wellengang eher an Surfen als an Schwimmen erinnerten. Kaindl meisterte die Passage souverän und platzierte sich anschließend auf dem Rad in der Führungsgruppe. Seine Teamkollegen Lukas und Philip Pertl sowie Niklas Keller kämpften derweil in den hinteren Gruppen des 64-köpfigen Feldes um Anschluss.

Besonders bitter erwischte es Philip Pertl, der nach einem Reifendefekt frühzeitig aufgeben musste. Lukas Pertl schaffte es ins Ziel, während Niklas Keller bereits nach dem Schwimmen mit einer schwierigen Ausgangslage konfrontiert war.

Spannung auf der Radstrecke

Die Führungsgruppe mit 26 Athleten hielt sieben von acht Radrunden lang die Verfolger auf Abstand. Erst auf der letzten Schleife schrumpfte der Vorsprung bedrohlich auf nur noch 16 Sekunden zusammen. Damit war klar: Der Showdown würde beim Laufen entschieden.

Kaindl dreht auf

Auf der letzten Laufrunde zeigte der Tiroler sein Kämpferherz. Mit starkem Finish hielt er sich in der Spitzengruppe und lief schließlich als Sechster über die Ziellinie – nur Augenblicke hinter den Medaillenrängen.

„Es war ein sehr heißes Rennen, die Hitze hat es nicht leicht gemacht. Aber ich bin super happy mit der Platzierung. Es ist dies mein bestes Ergebnis bis jetzt. Ich habe heuer sehr konstante Ergebnisse gehabt und ein 6. Platz bei der Europameisterschaft ist im Hinblick auf die nächsten Rennen einfach für den Kopf sehr gut, weil ich weiß, dass ich zu den besten in Europa gehöre“, sagte Kaindl nach dem Rennen zufrieden.

Historische Meisterschaften

Die Europameisterschaft in Istanbul ging nicht nur wegen Kaindls Leistung in die Geschichtsbücher ein. Erstmals wurden die Europameisterschaften und Asien-Meisterschaften am selben Ort abgehalten. Während die Altersklassenathleten sogar zwischen den Kontinenten pendelten, blieben die Eliterennen auf der asiatischen Seite der Metropole.

Die Sieger von Istanbul

Am Ende durfte der Schweizer Max Studer jubeln, der bereits 2021 in Kitzbühel Europameister geworden war. Hinter ihm holten sich Bence Biscak aus Ungarn und Panagiotis Bitados aus Griechenland Silber und Bronze.

Für Österreichs Team gab es dennoch Grund zur Freude: Mit Kaindls sechstem Rang landete ein Athlet aus Tirol in den Top Ten – eine Seltenheit bei internationalen Meisterschaften und ein echtes Ausrufezeichen für die Zukunft.

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