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Zum mittlerweile zwölften Mal fand heute in Niederösterreichs Landeshauptstadt St. Pölten der IRONMAN 70.3 Austria statt.

Der Startschuss zum Mitteldistanz-Triathlon erfolgte im Viehofner See. Danach führte die Radstrecke 90 km lang durch die Wachau. Der Halbmarathon wurde am östlichen und westlichen Ufer der Traisen gelaufen.

Rund 2.000 Athleten und Athletinnen waren für den Triathlon gemeldet. Darunter auch zahlreiche Spitzenläufer, die um den begehrten Titel kämpften.

Deutsche Topfavoritinnen und heiße dänische Außenseitern

Bei den Damen war Laura Philipp die große Gejagte. Die Deutsche hatte 2016 und 2017 gewonnen und wollte natürlich heute in St. Pölten zum dritten Mal in Serie jubeln. Eine harte Konkurrentin kam allerdings aus dem eigenen Lager. Ihre Landsfrau Anja Beranek weiß ebenfalls wie es sich anfühlt, beim IRONMAN 70.3 in St. Pölten als Erste über die Ziellinie zu laufen. Dem deutschen Duo einen Strich durch die Rechnung wollte hingegen Eva Wutti machen. Die Lokalmatadorin schaffte erst vor einer Woche beim Ironman 70.3 in Barcelona als Dritte den Sprung auf das Podest. Heute wollte sie noch einen weiteren Schritt nach oben machen. Große Geheimfavoritin war die Dänin Helle Frederiksen, die mehr als die Hälfte ihrer Mitteldistanz-Rennen gewann und auch mehrfache Vize-Weltmeisterin ist.

Alle gegen Raelert

Auch bei den Herren kam der klare Favorit aus dem Nachbarland Deutschland. Michael Raelert trat als zweifacher IRONMAN 70.3 Weltmeister und dreifacher Europameister an. Kein Zweifel, das der Sieg 2018 nur über ihren führen sollte. Zudem wollte auch er die deutsche Erfolgsserie fortsetzen. Denn seit 2015 kamen sowohl die Sieger als auch Siegerin immer aus Deutschland. Zu den Mitfavoriten zählten der mehrfache italiensiche Europameister Giulio Molinari und der Schweizer Ruedi Wild. Kandidaten auf einen Spitzenplatz waren auch die Österreicher Thomas Steger, Paul Reitmayr und Michi Weiss.

Michael Weiss sorgt für Sensation

Und tatsächlich jubelte am Ende mit Michi Weiss ein Österreicher. Bei den Damen wurde hingegen Laura Philipp ihrer Favoritenrolle gerecht.

Philipp holt das Triple

2016 - 2017 - 2018! Drei Mal in Folge konnte Laura Philipp den Titel beim IRONMAN 70.3 St. Pölten gewinnen. Die Deutsche besiegte heuer das wohl stärkste Damenfeld in der Geschichte des IRONMAN 70.3 St. Pölten und hatte mehr zu kämpfen wie ihr lieb war.

Nach dem Schwimmen in den beiden Seen hatte Philipp einen Rückstand von 90 Sekunden auf die Führende Dänin Helle Frederiksen. Auf dem Rad konnte sie gemeinsam mit ihrer Landsfrau Anja Beranek den Rückstand aufholen und so kam das Trio gemeinsam nach 90 Kilometern in die zweite Wechselzone. Schulter an Schulter liefen Frederiksen und Philipp auf der von tausenden Zusehern gesäumten IRONMILE aus der Wechselzone auf den abschließenden Halbmarathon. "Ich wusste, dass ich die stärkere Läuferin bin und konnte die letzten Kilometer auf der Radstrecke taktisch fahren," verriet die spätere Triple-Siegerin ihr Erfolgsrezept. Philipp konnte sich nach wenigen Kilometern von ihrer Konkurrentin lösen und nach 4:14:25 Stunden mit neuem Streckenrekord ins Ziel laufen. Rand drei ging an eine überglückliche Anja Beranek!

Beste Österreicherin wurde Lisa Hütthaler auf Rang 4. Nicht nach Plan verlief es für die erfolgsverwöhnte Kärntnerin Eva Wutti. Nach einer guten Schwimmleistung fand sie am Rad und auf der Laufstrecke nicht zu ihrer Stärke und beendeten den IRONMAN 70.3 St. Pölten auf dem achten Gesamtrang. 

Weiss mit Streckenrekord zu erstem Österreichischen Sieg

Lukasz Wojt vom pewag racing team dominierte die ersten 1,9 Kilometer im Wasser. Mit einem Vorsprung von knapp einer Minute auf seine Verfolger Florian Angert (GER) und Michael Raelert (GER) wechselte der ehemalige Schwimmer als Erster auf das Rad. Dort mischten sich die Karten neu. Mit Rückenwind ging es für die Athleten nach 25 Kilometern auf der gesperrten Autobahn in die Wachau wo der Rückenwind wartete. Der zweimalige Mitteldistanz Europameister aus Italien Giulio Molinari übernahm nach wenigen Kilometern die Führung und dominierte die 90 Kilometer lange Radstrecke. Als Führender kam Molinari mit zwei Minuten Vorsprung vor seinen Verfolgern Ruedi Wild (SUI) und Michael Raelert in die zweite Wechselzone. Als bester Österreicher fuhr Martin Bader mit einem Rückstand von 2:19 Minuten durch die IRONMILE in die Wechselzone.  
In der frühen Mittagshitze fiel die Entscheidung beim abschließenden Halbmarathon durch die St. Pöltner Innenstadt. Nach wenigen Kilometer konnte Michi Weiss den Rückstand von etwa drei Minuten auf Molinari halbieren und sah sich in einer komfortablen Position. Gespannt warteten tausende Zuseher entlang der IRONMAN auf das Führungsrad und den dahinter laufenden Athleten. Nach 16,2 Kilometer fiel die Entscheidung im St. Pöltner Regierungsviertel als Weiss den bis dahin souverän wirkenden Molinari überholte und die Führung übernahm. Eine Führung, die er bis ins Ziel nicht mehr abgab. Mit neuem Streckenrekord von 3:51:36 Stunden gewann der Niederösterreich Weiss als erster Österreicher den IRONMAN 70.3 St. Pölten. Molinari musste auf den letzten Kilometern auch noch den Schweizer Ruedi Wild ziehen lassen, der im Ziel über Rang zwei jubeln durfte. Molinari holte sich mit Rang drei den letzten Podestplatz.

"Ein Sieg in Österreich vor dieser tollen Kulisse mit tausenden Zusehern ist immer etwas besonderes. Ein Rennen der Sonderklasse. Ich bin überwältigt von den Gefühlen und freue mich auf ein kurzes Mittagsschläfchen zu Hause vor der Siegerehrung. Und am Abend wird Party gemacht," freute sich Weiss im Zielinterview. 

Ergebnisse Ironman 70.3 St. Pölten 2018 - Top 10 Herren

1 Weiss, Michael (AUT) 03:51:36
2 Wild, Ruedi (SUI) 03:53:20
3 Molinari, Giulio (ITA) 03:54:03
4 Angert, Florian (GER) 03:54:15
5 Steger, Thomas (AUT) 03:54:47
6 Raelert, Michael (GER) 03:58:00
7 Ackermann, Johann (GER) 03:58:43
8 Thomschke, Markus (GER) 03:59:31
9 Reitmayr, Paul (AUT) 04:01:55
10 Bader, Martin (AUT) 04:02:47

Ergebnisse Ironman 70.3 St. Pölten 2018 - Top 10 Damen

1 Philipp, Laura (GER) 04:14:25
2 Frederiksen, Helle (DEN) 04:17:25
3 Beranek, Anja (GER) 04:21:59
4 Huetthaler, Lisa (AUT) 04:24:41
5 Steurer, Bianca (AUT) 04:31:05

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