Die Staubwolken über Calpe haben sich verzogen, doch das Beben in der Mountainbike-Welt hält an.
Beim HERO UCI Cross-country Marathon World Cup 2026 flogen am Samstag die Fetzen, als die Elite der Langstrecken-Spezialisten die Saison offiziell einläutete. Auf einer 82 Kilometer langen Strecke, die mit 2.700 Höhenmetern nicht nur die Beine, sondern auch das Material bis an die Belastungsgrenze forderte, gab es von taktischen Meisterleistungen bis hin zu technischem Pech alles, was das Radsport-Herz begehrt.
Belgischer Husarenstreich im spanischen Hinterland
Im Rennen der Männer sah es lange Zeit nach einer deutschen Machtdemonstration aus. Lukas Baum legte los wie die Feuerwehr und diktierte das Tempo, bis ihm die Technik einen Strich durch die Rechnung machte. Ein defekter Umwerfer zwang Baum zur Zurückhaltung. Diese Chance ließ sich sein Landsmann Andreas Seewald vom Team Singer KTM Racing nicht nehmen. Er pflügte förmlich durch das Feld und krallte sich nach einer Aufholjagd die Führung. Doch beim 2026 HERO UCI Cross-country Marathon World Cup ist erst im Ziel Feierabend.

Der Belgier Wout Alleman lauerte währenddessen im Windschatten und bewies Nervenstärke. Als Seewald kurz vor dem Ziel durch eine Reifenpanne ausgebremst wurde, schlug die Stunde von Alleman. Er zog vorbei und sicherte sich mit einer Zeit von 03:41:44 den ersten Platz. Ich bin überglücklich! Es ist das erste Weltcup-Rennen der Saison, und es war echt wichtig, hier zu gewinnen, gab der sichtlich stolze Belgier im Zielprotokoll zu Protokoll. Er hatte sich akribisch vorbereitet und kannte die Trails rund um Calpe wie seine Westentasche. Seewald rettete sich trotz des Defekts auf Rang zwei, während der lokale Held David Valero nach seinem Wechsel vom XCO in die Marathon-Szene das Podium komplettierte.
Schweizer Sololauf in der spanischen Mittagshitze
Bei den Frauen war die Messe deutlich früher gelesen, was die Spannung jedoch kaum minderte. Anna Weinbeer, die als Neuzugang für das Team KTM SPADA Powered by Brenta Brakes an den Start ging, fackelte nicht lange. Die Schweizerin setzte sich früh ab und zog ihr Ding gnadenlos durch. Während hinter ihr Natalia Fischer, Rosa van Doorn und Paula Gorycka Kurmann um jeden Zentimeter Boden kämpften, thronte Weinbeer einsam an der Spitze.

Am Ende stand für sie eine Zeit von 04:27:05 auf der Uhr. Ich bin außerordentlich zufrieden, in dieser Phase fühle ich mich sehr glücklich. Dieses Jahr ist für mich alles neu, das Team, das Bike, die Arbeitsgruppe, die Rennen und die Sponsoren, kurz gesagt, ich bewege mich in einer ganz neuen Dimension und bin hochzufrieden mit dieser ersten Phase. In der zweiten Hälfte des Rennens war die Hitze ein nicht zu unterschätzender Gegner, aber ich bin echt froh, dass ich sie gemeistert habe, resümierte Weinbeer ihren glanzvollen Einstand beim 2026 HERO UCI Cross-country Marathon World Cup. Fischer sicherte sich schließlich den zweiten Platz vor der Vorjahressiegerin van Doorn.
Ein Ausblick, der Lust auf mehr macht
Auch in den Master-Kategorien wurde beim 2026 HERO UCI Cross-country Marathon World Cup hart gekämpft. Hier sicherten sich Xavier Calaf Garcia und Sophie Johnson die Tagessiege. Gerhard Vanzi, der Chairman der Veranstaltung, zeigte sich sichtlich erleichtert über den reibungslosen Ablauf des Saisonauftakts: Wir sind glücklich und hochzufrieden mit dem Ausgang des heutigen Tages. Wir sind mit einer neuen Competition im Kalender gestartet, bei der es alles zu organisieren und festzulegen galt, und wir sind den örtlichen Behörden und Partnern für ihre Unterstützung sehr dankbar. Auch wenn es noch einige Monate bis dahin vergehen, denken wir bereits an das nächste Rennen, den Capoliveri Legend Cup, der letztes Jahr ein großer Erfolg war.
Das Leader-Trikot ist nun vergeben, doch die Jagd geht weiter. Am 9. Mai 2026 zieht der Tross weiter auf die Insel Elba, wo die Protagonisten beim nächsten Stopp des 2026 HERO UCI Cross-country Marathon World Cup erneut die Klingen kreuzen werden. Eines ist sicher: Wenn die Formkurve so steil nach oben zeigt wie die Berge an der Costa Blanca, steht uns ein grandioses Sportjahr bevor.
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