Dominik Meierhofer auf dem Weg zum EM-Titel 2025 beim Race Around Niederösterreich
Dominik Meierhofer auf dem Weg zum EM-Titel 2025 beim Race Around Niederösterreich (Foto: © RAN / Steiger)
0 Kommentar(e)
Featured

Helden auf zwei Rädern: Roch und Meierhofer Europameister beim RAN

Das Race Around Niederösterreich (RAN) hat wieder zugeschlagen – und wie!

Die siebte Ausgabe dieses epischen Ultracycling-Abenteuers verwandelte das beschauliche Weitra in den Nabel der europäischen Ausdauerwelt. 750 Kilometer, 2000 Höhenmeter, Regen, Wind, Sonne und Emotionen, die sich nur schwer in Worte fassen lassen – willkommen zur 2. Europameisterschaft der World Ultra Cycling Association!

Ein Zweikampf, der in die Beine und die Geschichte ging

Freitagmorgen, der Startschuss fällt. Die Elite des europäischen Ultracyclings rollt los – und es dauert nicht lange, bis sich ein epischer Showdown anbahnt. Während sich viele noch mit der Orientierung auf der Einführungsrunde im Waldviertel beschäftigen, passiert dem deutschen Mitfavoriten Daniel Steinhauser ein folgenschwerer Fehler. Nach nur drei Kilometern biegt er falsch ab – neun Minuten Rückstand, eine Menge Adrenalin und der erste Herzschlagmoment des Rennens.

Doch wer glaubt, das war’s für ihn, irrt gewaltig. Denn von da an entwickelt sich ein packender Zweikampf mit dem Österreicher Dominik Meierhofer, dem Drittplatzierten des diesjährigen Race Across America. Über satte 600 Kilometer liefern sich die beiden ein Duell auf Messers Schneide, mal trennen sie vier Minuten, mal sechs – ein ständiges Hin und Her, ein permanentes Wechselspiel der Führung, bei dem selbst eingefleischte Fans kaum durchatmen können.

Dominik Meierhofer auf dem Weg zum EM-Titel 2025 beim Race Around Niederösterreich

Erst im finalen Drittel, nach Scheibbs, nimmt Meierhofer das Heft endgültig in die Hand. Über das Kleine Yspertal pflügt er mit stoischer Entschlossenheit, baut seinen Vorsprung aus und fährt in einem wahren Kraftakt dem Ziel entgegen. Und dann ist es vollbracht: Nach 23 Stunden und 47 Minuten überquert er die Ziellinie in Weitra – völlig entkräftet, aber überglücklich. Durchschnittsgeschwindigkeit: 31,64 km/h. Rückstand von Steinhauser: 22 Minuten. Dritter wird der entthronte Vorjahressieger Sebastian Mayr.

„Ich kann das irgendwie jetzt noch gar nicht fassen. Mir tut alles weh, aber es war ein irres Rennen.“ – so der 30-jährige Meierhofer mit glasigen Augen und einem Lächeln, das mehr sagt als tausend Worte.

Königin der Ausdauer: Elena Roch mit Machtdemonstration

Auch das Damenrennen beim Race Around Niederösterreich hatte es in sich – zumindest für alle außer Elena Roch. Denn die gebürtige Hollabrunnerin fuhr, als gäbe es kein Morgen. Von Beginn an übernahm sie die Führung, ließ selbst die erfahrene RAN-Siegerin Lilian Kuster aus der Schweiz früh hinter sich und baute ihren Vorsprung kontinuierlich aus.

Elena Roch wird Eurpameisterin beim Race Around Niederösterreich 2025

14 Minuten trennen Roch von Kuster beim ersten Durchlauf durch Weitra. Danach gibt es kein Halten mehr: Mit einem Schnitt von 28,26 km/h rast sie der Konkurrenz davon – 750 Kilometer lang, bei Wetterkapriolen, die selbst Enten zum Frösteln bringen. Nach 26 Stunden und 38 Minuten steht fest: Diese Frau ist nicht aufzuhalten.

„Europameisterin im Ultracycling, das hört sich doch wunderbar an.“ – Mit diesem Satz krönt sich die 31-Jährige zur neuen Königin des kontinentalen Ausdauer-Adels. Nach dem Weltmeistertitel im 24h-Zeitfahren 2023 ist dies ihr zweiter großer internationaler Coup – beide Male für Österreich, beide Male mit Stil.

Österreich: Das Epizentrum der Ultracycling-Welt

Doch nicht nur die Eliteklasse sorgte für Furore. Auch die klassischen RAN-Strecken wurden heldenhaft bezwungen. Mit Cornelia Schlosser und Daniel Kapeller setzten sich zwei weitere Österreicher durch – ein Doppelschlag, der das rot-weiß-rote Herz höherschlagen lässt. Bis zum Zielschluss um 22:00 Uhr werden noch viele tapfere Finisher erwartet.

Und als wäre das alles nicht schon spektakulär genug, wartet bereits der nächste Kracher: Von 11. bis 17. August steigt in Österreich das Race Around Austria – diesmal als Weltmeisterschaft. Das Alpenland bleibt also weiterhin das pulsierende Herz des globalen Ultracycling-Zirkus.

Empfohlene Artikel

Kommentar schreiben

Senden

Weitere interessante Themen