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Breitensport, Profisport, Alltagssport – Fehlanzeige! Nach dem Lockdown im März pausierte fast überall auch der Sport und mit ihm die gesamte sportliche Unterhaltungsbranche.

Im Profisport fand vielerorts bis zu 13 Wochen lang kein Training statt – ein Rückstand der in vielen Sportbereichen in der aktuellen Saison mit Nichten aufzuholen ist. Nach und nach haben sich die verantwortlichen Abteilungen der Sportverbände mit der Frage beschäftigt, wie die Vorgaben der Landesregierungen umgesetzt werden können, damit der Sport auch unter Coronabedingungen eine Zukunft hat.

Das Ergebnis sind teils aufwendige und detaillierte Hygienekonzepte, die mit dem Sportalltag – so wie wir ihn vor dem März 2020 kannten – leider viel zu selten etwas zu tun hat.

Abstandsregeln sind im Sport oft nicht möglich

Nicht nur beim Sport mit Kindern und Jugendlichen sind Abstandsregeln oft nicht einhaltbar. Und wird der Abstand in sportartspezifischen Bereichen dennoch eingehalten, herrscht Angst und Sorge vor Schmierinfektionen über zum Beispiel kontaminierte Sportgeräte wie Bälle und Schläger.

Es ist nicht nur der Mannschaftssport, der unter den derzeitigen Einschränkungen leidet: Auch die Turn- und Tanzverbände beklagen rückläufige Zahlen und schwierige Umstände. Verbandsvorsitzende sprechen von Regeln und Erwartungen, die unmöglich umgesetzt werden können. Helfer- und Sicherungsgriffe im Turnen dürfen nicht angewandt werden und Kontaktsportarten sind ohnehin ein mit Angst und Argwohn besetztes Feld, in dem sich die Vorgaben und Hygieneregeln beinah täglich ändern.

Mannschaftsbetrieb wird wieder erleichtert – Kritik bleibt nicht aus

Der Mannschaftsbetrieb wird in vielen Sporartenbereichen allmählich wieder aufgenommen. Die Idee: Wenn stets dieselben Sportler und Athleten in festen Mannschaftskonstellationen Kontakt haben, können Infektionsketten nachvollzogen und neue Super-Spreader effizient vermieden werden.

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Doch eines ist auch klar: Mannschaftssportler trainieren, um ihre Kräfte, Talente und Fähigkeiten mit anderen Mannschaften zu messen. Dies hat unweigerlich eine Ausweitung potentieller Kontakte zur Folge, die die Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung hegt.

Bisherige Konzepte im Profisport sehen strenge Quarantäne-Regeln und breit aufgestellte Teststrategien vor, die vielerorts auf Kritik stoßen. Die Argumentation: Es könne nicht sein, dass Testungen im Sport, der zur allgemeinen Erheiterung am samstäglichen Abend beiträgt, zu Lasten der Testkapazitäten in denjenigen Bereichen geht, wo insbesondere alte und vorerkrankte Menschen ein deutliches erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf im Falle einer Covid-Infektion tragen.

Corona-Sport – wie geht es weiter?

Hygieniker, Politiker und Virologen sind sich einig: Der Sport kann nur dann wieder im bekannten Alltagsprocedere stattfinden, wenn Teststrategien aufrechterhalten und vielerorts sogar noch ausgeweitet werden.

Bislang ist man in vielen Sportarten weit entfernt von dem sehnlichst vermissten sportlichen Alltag. Sind die Testkapazitäten im Profisport bislang noch ausreichend, lässt sich auf Basis der aktuellen Daten aber ebenso wenig von der Hand weisen, dass positive Tests und umfangreiche Quarantänemaßnahmen zum leidigen Alltag gehören, die nicht nur den Spielbetrieb der Bundesliga, sondern auch viele andere Sportbereiche hart treffen und zeitweise lahmlegen. Auch wenn man denken könnte, dass gerade in Quarantänezeiten die Leute mehr auf  eSports bei Sportwetten-Anbietern oder in Online Casinos ausweichen,  so hat Corona auch das Glücksspiel in Österreich beeinflusst, denn das Angebot der Sportwetten ist eingeschränkt aufgrund von Ausfällen von Athleten und auch gerade im Bereich des Fußballs.

Bekannt werden immer mehr Fälle im Breiten- und Vereinssport, die weitreichende Quarantäne-Maßnahmen nach sich ziehen, und regional für eine Einstellung des örtlichen Spiel- und Sportbetriebs führen.

Sport und Corona - das ist klar geworden – lassen sich nur schwerlich vereinbaren. Das Risiko einer Infektion durch Tröpfen, Schmierinfektionen oder vermehrt ausgestoßene Aerosole ist nirgends so hoch wie bei sportlichen Aktivitäten.

Wichtig ist und bleibt daher ein umfassendes Testkonzept sowohl für den Profi- als auch für den Amateursport, zwischen denen das Virus wohl kaum unterscheidet. Damit Sport wieder alltäglich und verlässlich planbar wird, bedarf es – wenn schon keines Impfstoffes – so doch wenigstens eines vereinfachten Tests, der schnell und vielseitig verfügbar ist, ohne an Präzision einzubüßen.

So ließen sich auch größere sportliche Events durchführen, wenn aussagekräftige Vorab-Checks unmittelbar vor den sportlichen Ereignissen potentielle Infektionen verlässlich ausschließen.

Die Forschung an neuen Testvarianten geht parallel zur Impfforschung weiter und wir dürfen hoffen, dass ein Ergebnis, das dem Sport zugutekommt, nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen wird.


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