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Olga Oncken ist eine erfolgreiche deutsche Fechterin.

Sie wurde am 1. April 1979 geboren, besuchte die kaufmännische Schule in Bielefeld und trat hier auch dem Fecht-Club bei, dem sie ihre ersten Erfolge verdankte. Im eigentlichen Berufsleben Immobilienkauffrau, war es eigentlich immer der Sport, der ihr Leben bestimmte.

So trägt sie mehrmals den Titel Deutsche Meisterin im Einzel. Sie ist zweimalige Medaillen-Gewinnern, welche sie sowohl bei Olympischen Spielen als auch bei Weltmeisterschaften und Europameisterschaften gewonnen hat.

Ihren ersten Rekord stellte sie bereits im Jahr 1995 mit nur 17 Jahren auf. Hier nahm sie an den Weltmeisterschaften teil und gewann diese mit überragendem Erfolg. Somit wurde sie zu einer der jüngsten Fechtweltmeisterin aller Zeiten. Nur drei Jahre später bei den Olympischen Sommerspielen konnte sie dann zwei weiter Medaillen erringen.

Angesichts dieser Erfolge wurde Olga Oncken für den Deutschen Fechterbund ein wichtiges Mitglied. 2002 konnte sie zusammen mit dem deutschen Florettteam Bronze bei den Olympischen Spielen erkämpfen. Dies geschah nur knapp drei Monate, nachdem sie ihr erstes Kind zur Welt gebracht hatte. Gerade dieser Umstand ließ ihr aber besondere Medienaufmerksamkeit zu teil werden.

Olga Oncken konnte sich im Jahre 2002 noch bis zum sechsten Monat ihrer Schwangerschaft eine gute Platzierung in der Rangliste halten. Erst danach wurde sie abgelöst, fand aber später zu ihrer alten Position zurück. Onckens Karriere erstreckte sich bis zum Jahr 2007. Es stellte sich als ein schwerer Schlag für den Deutschen Fechterbund heraus, als Oncken dann ihre Karriere als Sportlerin beendete. Dennoch blieb sie dem Sport weiter erhalten.

Zurück in Bielefeld kümmerte Sie sich dort um die Ausbildung des Nachwuchses. Bis zum Jahre 2004 blieb es dann relativ ruhig um die ehemalige Spitzenathletin. Doch in besagtem Jahr konnte sie mit einer überraschenden Nachricht aufwarten. Sie hatte sich dazu entschieden wieder in den aktiven Fechtsport zurückzukehren. Hierzu zog sie ihren ehemaligen Betreuer heran, der mit ihr die entsprechenden Trainingseinheiten durchführte. Bereits im Jahr 2015 trat sie wieder zu Wettkämpfen an, konnte aber in keiner Weise an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen. Ihre Kariere hat Oncken mittlerweile vollständig beendet. Auch mit dem Ruhm der Vergangenheit hat sie nach eigenen Aussagen inzwischen abgeschlossen.

Eine besondere Eigenschaft von Oncken ist aber nicht nur ihr sportliches Talent, sondern auch ihre Wortgewandtheit. Sie scheute niemals die Konfrontation und zeigte sich auch dazu bereit, ihre Position gegen alle Widerstände zu vertreten.

In diesem Zusammenhang trat sie auch in einen Konflikt mit einem ihrem Förderer. Dieser eskalierte bis zu dem Punkt, dass Oncken eine Zeit lang erwog, sogar für die Schweiz anzutreten. Allerdings korrigierte Oncken später die entsprechenden Aussagen und stellte klar, dass es sich unter den gegebenen Umständen um eine Drohung gehandelt hatte. Einen konkreten Plan, tatsächlich für die Schweiz anzutreten, gab es wohl zu keiner Zeit.

Auch in der Gegenwart spart Olga Oncken nicht mit Kritik, die sich zum Teil recht barsch gegen die aktuelle Situation der deutschen Fechter richtet. So bemängelte Sie bereits im Jahre 2012, dass heute Trainer ala Emil Beck fehlen würden. Ein guter Fechter würde man nicht durch die richtige Ernährung oder den ausgiebigen Lauf durch den Wald. Es müsse jeden Tag gefochten werden, äußerte sich Oncken.

Oncken sieht dabei die Schwierigkeiten von heute vor allem in der Leichtigkeit begründet, mit der heute eine Niederlage akzeptiert werden würde. So schilderte sie, dass es für Beck immer eine Katastrophe war, wenn einer seiner Sportler ein Duell verlor. Heute sei es jedoch so, dass Niederlagen beschönigt und wegdiskutiert werden würden. Dies sei vor allem ein Zeichen für fehlende Selbstkritik, so Oncken weiter.

Zudem sieht Olga Oncken einen Verlust der Teamfähigkeit im Fechtsport als weitere Ursache für die fehlenden Erfolge von heute. Denn auch in einem Einzelsport wie dem Fechten, müsse man sich auf seine Mannschaft stets verlassen können und könne nur so die ganz großen Ziele erreichen, sagte Oncken weiter. Hierfür sei es erforderlich, dass der Trainer selbst das Brennen für den Erfolg vorlebe und nennt als Beispiel Jürgen Klopp, der seinen Schützlingen alles abverlangen würde.

Allerdings gibt Oncken in der heutigen Situation nicht allein dem Unwillen der Trainer die Schuld an der Misere. So macht sie vor allem die fehlenden finanziellen Anreize für Karriere-Athleten für die wenig erfreulichen Ergebnisse verantwortlich. So sei es ihrer Aussage nach nicht förderlich, wenn ein Spitzen-Athlet für einen Olympiasieg lediglich 15.000 Euro erhalten würde. Beim Leistungssport handele es sich schließlich um harte körperliche Arbeit. Zudem vertritt sie die Ansicht, dass die Zeiten im Leistungssport auch auf die Rente angerechnet werden sollten, denn schließlich haben viele Sportler ihre Knochen jahrelang nicht nur für den persönlichen Ruhm, sondern auch für das Ansehen ihrer Nation geschunden. Sollte sich in diesem Punkt nichts ändern, so sieht Oncken die Situation für den deutschen Leistungssport als nicht rosig an. Sie postuliert, dass es in Zukunft immer weniger herausragende Athleten geben wird.

Oncken erhielt 2016 das Angebot, als Funktionärin zum Fechtsport zurückzukehren. Dieses Angebot schlug sie jedoch aus und entschied sich für anderen Weg. So nahm sie einen Posten als Nachwuchstrainerin im Olympiastützpunkt an, um junge Talente zu fördern und auf die Spiele vorzubereiten.


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