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Skitour Roter Kogel: Warum man hier Harscheisen liebt
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Beschreibung
Du hasst dich selbst oder hast mal wieder richtig Bock auf eine zache Skitour.
Dann unbedingt weiterlesen. Denn die Skitour auf den Roten Kogel über den Westanstieg vom Lüsenstal gehört mit erstaunlicher Konsequenz zu den unbefriedigendsten Skitouren in dieser sonst traumhaften Skitourenregion der Stubaier Alpen.
Der Aufstieg ist meistens ordentlich vereist und oft auch schneearm, ausgenommen bei viel Neuschnee. Wobei genau dann die Lawinengefahr mit ziemlicher Sicherheit beschließt, ebenfalls zur Tour zu erscheinen und die Stimmung zu drücken.
Zum Glück gibt es aber einige spannendere Varianten in dieser Region:
- Skitour Roter Kogel & Sömen: Eisgenuss mit einer Portion Abenteuer (bei guter Kondition)
- Skitour Sömen-Überschreitung in den Stubaier Alpen
- Skitour auf den Sömen über die Juifenalm: Für Genießer
Nach dieser Aufzählung ist vermutlich der letzte Leser bereits Richtung einer anderen Skitour verschwunden. Aber Moment. Du liest tatsächlich noch weiter. Respekt. Dann bleibt wohl nichts anderes übrig, als diese Skitour doch etwas genauer vorzustellen.
Der Rote Kogel in den Stubaier Alpen
Der 2.832 Meter hohe Rote Kogel liegt in den Stubaier Alpen im beliebten Skitourengebiet rund um Praxmar und das Lüsenstal. Die Region zählt zu den bekanntesten Skitourengebieten Tirols und bietet mit Gipfeln wie dem Zischgeles, der Lampsenspitze oder dem Sömen eigentlich perfekte Bedingungen für genussvolle Skitouren.
Der Rote Kogel hingegen verfolgt eine etwas andere Philosophie. Während viele Touren in der Umgebung mit herrlichen Pulverhängen, landschaftlicher Schönheit und fairen Aufstiegen glänzen, präsentiert sich dieser Gipfel gerne etwas eigenwillig. Wer hier unterwegs ist, erlebt eine Tour, die eher an eine Mischung aus Skitour, Eiswanderung und gelegentlichem Skitragen erinnert.
Geografisch liegt der Rote Kogel zwischen dem Sömen und dem Längental. Sein Westanstieg aus dem Lüsenstal wird zwar regelmäßig begangen, gilt aber keineswegs als Highlight der Region. Dafür bietet der Gipfel eine schöne Aussicht über das Sellraintal, die Stubaier Alpen und die umliegenden Skitourenklassiker.
Und genau deshalb lohnt sich der Aufstieg am Ende doch. Irgendwie.
Route für die Skitour auf den Roten Kogel
- Start beim gebührenpflichtigen Parkplatz Moos im Lüsenstal. Ja, man wird tatsächlich noch zur Kasse gebeten für diese Skitour. Schmerzensgeld wäre da vermutlich fairer gewesen.
- Nun über den Zimsteig (meist ziemlich vereist) zur Alfinger Alm aufsteigen. Diese ersten rund 200 Höhenmeter lassen sich übrigens deutlich entspannter gestalten, wenn die Skitour etwas weiter südlich begonnen wird. Dort führt eine Forststraße bis zur Alm.
- Ab der Alm gibt es allerdings kein Entkommen mehr. Der Weg führt weiter durch den meist schneearmen und gerne auch vereisten Wald bergauf. Skifahren fühlt sich hier gelegentlich eher wie eine kreative Interpretation von Skitourengehen an.
- Lichtet sich der Wald, wird es leider nur kurz einfacher. Die Route zieht nun über einen Rechtsbogen auf etwa 2.200 Metern Höhe zu einem steilen Kamm. Dieser zeigt sich ebenfalls oft eisig. Harscheisen sind hier meistens Pflicht. Alternativ werden die Ski einfach abgeschnallt, weil ohnehin kaum Schnee liegt. Bei großen Neuschneemengen hingegen steigt hier die Lawinengefahr deutlich.
- Ein positives Detail gibt es immerhin: Blickt man zurück, eröffnet sich ein herrlicher Blick auf deutlich attraktivere Skitouren rund um Praxmar. Unter anderem auf den Zischgeles und die Lampsenspitze. Ein kurzer Moment der Inspiration, vielleicht beim nächsten Mal doch eine andere Tour zu wählen.
- Nachdem der eisige Kamm überstanden ist, wird es auf etwa 2.400 Metern Höhe endlich angenehmer. Das Gelände wird breit, übersichtlich und meist nur mäßig steil. Geradeaus würde der Weg nun zum Sömen auf 2.798 Meter führen.
- Für diese kleine Tortur möchte man aber natürlich zumindest die 2.800 Meter Marke knacken. Daher folgt nun ein Rechtsbogen zum 2.832 Meter hohen Gipfel des Roten Kogels.
- Die letzten Meter verlaufen entlang des Gipfelkamms. Bei guter Schneelage kann tatsächlich mit den Skiern bis zum Gipfel aufgestiegen werden. Ein seltener, aber schöner Moment.
- Die Abfahrt erfolgt entlang der Aufstiegsroute. Oder die Tour wird mit dem Sömen kombiniert, was dem ganzen Unternehmen immerhin noch etwas zusätzlichen alpinen Charakter verleiht (siehe oben).
Streckenplan:
Schwierigkeit der Skitour
Die Tour ist zwar meist nur mäßig steil, präsentiert sich aber häufig eisig und technisch deutlich anspruchsvoller als viele andere Skitouren in der Region. Drei Mal die Skier abschnallen ist hier absolut kein ungewöhnliches Erlebnis. Entweder wegen zu wenig Schnee oder weil der Untergrund eher an eine Eiskletterroute erinnert.
Im oberen Teil wird das Gelände deutlich angenehmer. Wer allerdings wenig Erfahrung im vereisten Gelände hat, sollte besser auf den Aufstieg zum Sömen über die Juifenalm ausweichen (siehe oben). Diese Variante ist deutlich genussvoller.
Lawinengefahr:
Ein kleiner Vorteil dieser Skitour ist tatsächlich die meist eher geringe Lawinengefahr. Etwas heikler ist die Querung auf etwa 2.100 Metern Höhe nach rechts zum Kamm. Dort lassen sich zwar kaum selbst Lawinen auslösen, allerdings kann von oben durchaus etwas herunterkommen.
Am Kamm auf etwa 2.200 Metern Höhe steigt die Gefahr nach großen Neuschneemengen ebenfalls an. Persönlich wäre dort manchmal sogar etwas mehr Schnee ganz recht gewesen.
Exposition: Über weite Strecken westseitig, im Schlussteil nord bis nordwest.
Empfohlene Ausrüstung
Komplettes LVS-Set, klassische Skitourenausrüstung, Harscheisen, ausreichend Verpflegung (keine Einkehrmöglichkeit) und eine Portion schwarzen Humor. Letzteres hilft hier tatsächlich sehr.
Beste Jahreszeit
Jänner bis März. Idealerweise nach ergiebigen Neuschneemengen, sofern die Lawinenwarnstufe vertretbar bleibt. Stufe 3 ist für diese Tour normalerweise machbar.
Im Spätwinter oder Frühling lohnt sich ein etwas späterer Start. Dann verliert das Eis zumindest ein wenig von seinem Enthusiasmus. Kurz gesagt: Eine seltene Skitour, die sich perfekt für Morgenmuffel eignet.
Anreise und Parken
Bei Gries im Sellrain nach Süden ins Lüsenstal fahren. Achtung: Die Bergstraße kann nach großen Neuschneemengen trotz grundsätzlich guten Zustands etwas anspruchsvoller zu befahren sein.
Dort nicht Richtung Praxmar abzweigen, sondern weiter Richtung Lüsens fahren. Etwa auf Höhe unterhalb von Praxmar befindet sich bei einem See der gebührenpflichtige Parkplatz Moos. Dieser wird tatsächlich kontrolliert. Man könnte fast hoffen, dass dort stattdessen Schmerzensgeld ausgezahlt wird.
Alle Informationen: Skitour Roter Kogel vom Lüsenstal
- Abschnitte durch Wälder
- Felskontakt entlang der Route
- Helm zu empfehlen
- Kostenpflichtiges Parken oder Maut
- Abfahrt direkt vom Gipfel möglich
- Aufstieg mit den Skiern bis zum Gipfel möglich
- Für Schneeschuhwanderer nicht empfehlenswert
- Harscheisen empfehlenswert
- LVS-Set erforderlich
Route (GPX-Strecke): Skitour Roter Kogel vom Lüsenstal
Hotel oder Unterkunft in Praxmar
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