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Skitour Roter Kogel & Sömen: Eisgenuss mit einer Portion Abenteuer
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Beschreibung
Der Rote Kogel und auch der Sömen können sowohl vom Westen als auch vom Osten bestiegen werden.
Die wohl unattraktivste Skitourenvariante führt vom Parkplatz Moos (direkt unterhalb von Praxmar) über den Westaufstieg zum Roten Kogel. Und ja, "unattraktiv" ist hier kein übertrieben dramatisches Wort, sondern eine ziemlich ehrliche Beschreibung.
Roter Kogel und Sömen: 2beeindruckende Skitourengipfel im Sellrain
Der 2.832 Meter hohe Rote Kogel und der 2.798 Meter hohe Sömen gehören zu den beliebten, aber gleichzeitig erstaunlich ruhigen Skitourenzielen im Sellrain in Tirol. Während viele Tourengeher lieber die direkteren und meist schneereicher ausgestatteten Ostaufstiege wählen, bietet die Westseite eine Mischung aus Einsamkeit, Ausdauerprüfung und, sobald man oben ist, erstaunlich schönen Abfahrtsmöglichkeiten.
Der Rote Kogel verdankt seinen Namen übrigens den rötlichen Gesteinsschichten, die an schneearmen Tagen durchaus sichtbar werden. Im Winter bleibt davon zwar meist nur eine Ahnung übrig, doch die Aussicht vom Gipfel gehört zu den schönsten im gesamten Sellrain: gegenüber ragen mächtige Dreitausender wie der Lüsener Fernerkogel oder der Schrankogel auf. Wer hier oben steht, versteht ziemlich schnell, warum diese Region zu den Skitouren-Hotspots Tirols gehört.
Der Sömen wirkt daneben fast wie der kleine Bruder, ist aber keineswegs weniger interessant. Gerade seine offenen Hänge Richtung Osten bieten oft hervorragende Abfahrtsbedingungen und eignen sich perfekt für zusätzliche Varianten. Genau deshalb lässt sich aus dieser Tour eine äußerst abwechslungsreiche Doppel-Skitour basteln.
Und ja: Der Weg dorthin kann durchaus… sagen wir… charakterbildend sein.
Warum der Westaufstieg nicht unbedingt ein Publikumsmagnet ist
Wieso also unattraktiv? Die Chance auf einen völlig vereisten Aufstieg ist sehr groß. Der unterste Abschnitt liegt im Wald. Im Hochwinter und oft auch zu Beginn des Frühlings muss man hier mit mehreren hundert Höhenmetern eisiger Rutschpartie im Aufstieg rechnen. Erst ab der Mittagszeit oder nach ergiebigen Neuschneemengen wird es angenehmer. Spaß macht das tatsächlich nicht immer, zumindest nicht im klassischen Sinn.
Demnach, und das muss ganz ehrlich gesagt werden, lohnt sich eine Skitour auf den Roten Kogel vom Westen ohne zusätzliche Varianten eher weniger, ausgenommen für jene, die sich gerne quälen und eine ausgeprägte Vorliebe für Type-C-Fun haben. Also für jene Kategorie Bergsportler, die nach einer Tour gerne sagen: “War schrecklich. Machen wir wieder.”
Doch, und das ist der entscheidende Punkt, das ist noch lange kein Grund, diese Aufstiegsroute grundsätzlich zu meiden.
Denn oben angekommen eröffnen sich für ausdauernde Skitourengeher zahlreiche Varianten. Ist der Rote Kogel nach gut 1.200 Höhenmetern Eisakrobatik endlich erreicht, sollte man unbedingt Richtung Osten über die östliche Aufstiegsroute abfahren. Vor allem die ersten 200 bis 300 Höhenmeter sind häufig ein echter Hochgenuss.
Sobald es flacher wird (nach rund 200 Höhenmetern), lässt man die Skier nach links Richtung Norden beziehungsweise Nordosten gleiten, um anschließend auf die Aufstiegsspur zum Sömen zu gelangen. Von dort fährt man später wieder nach Westen ins Tal und mit etwas Glück ist der Schnee dann auch deutlich weicher als noch beim Aufstieg.
Ganz besonders motivierte Skitourengeher können vom Sömen auch noch einmal etwa 200 Meter Richtung Osten abfahren - ein wirklich schöner Hang - und anschließend erneut auf den Gipfel aufsteigen. Kondition ist also definitiv kein Nachteil.
Route für die Doppel-Skitour Roter Kogel und Sömen
- Start beim gebührenpflichtigen Parkplatz Moos (unterhalb von Praxmar) beim Zirnsteig. Gleich zu Beginn muss man am Abschnitt Richtung Alfinger Alm mit vereisten Passagen rechnen. Wer schummeln möchte: Etwas weiter südlich vom Parkplatz führt auch eine Forststraße bis zur Alfinger Alm, dann spart man sich bereits Stress zu Beginn.
- Doch auch danach bleibt es spannend. Die Route ist stellenweise schneearm, und gelegentlich lässt sich Ski tragen kaum vermeiden. Nachdem sich der Wald langsam lichtet, weicht man etwas nach rechts aus und steigt über einen steilen Kamm auf ein breites Plateau auf. Auch dieser Kamm kann tückisch sein: Entweder so vereist, dass ohne Harscheisen kaum ein sicherer Aufstieg möglich ist, oder so schneearm, dass man ein Stück zu Fuß gehen muss.
- Erst danach wird es auf etwa 2.400 Metern Höhe entspannter. Auf rund 2.500 Metern hat man schließlich die Wahl: Links bergauf Richtung Sömen oder langsam nach rechts Richtung Roter Kogel driften.
- Gegen Ende des Aufstiegs Richtung Süden zum Roten Kogel nähert man sich dem Gipfelkamm. Bei guter Schneelage gelangt man mit den Skiern bis zum Gipfel, andernfalls sind ein paar Schritte zu Fuß kein Drama.
- Wer sich für den zähen Aufstieg belohnen möchte, fährt vom Roten Kogel Richtung Osten beziehungsweise Nordosten ab, denn dort sind die Schneebedingungen häufig deutlich besser. Nach rund 200 Höhenmetern gleitet man nach links und trifft auf etwa 2.400 Metern Höhe auf den Ostaufstiegsweg zum Sömen. Über diesen steigt man in rund 400 Höhenmetern zum 2.798 Meter hohen Gipfel auf.
- Wer noch immer genügend Energie hat, fährt vom Sömen etwa 200 bis 250 Meter über den östlichen Gipfelhang wieder Richtung Osten ab und steigt anschließend erneut zum Sömen auf. Alternativ erfolgt die Abfahrt wieder Richtung Roter Kogel. Wichtig: Viele Abfahrtsspuren auf der Westseite führen Richtung Juifenalm. Das bedeutet mehrere Kilometer Fußmarsch zurück Richtung Süden. Deshalb in der Abfahrt eher links halten, bis man wieder auf die Aufstiegsspur trifft.
Alternativen: Die Tour ist auch umgekehrt möglich: zuerst auf den Sömen und danach auf den Roten Kogel. Eine weitere Variante ist der Aufstieg direkt von Osten über das Fotschertal im Sellrain, damit spart man sich die vereisten Passagen im unteren Bereich. Die Kombinationsskitour ist auch mit Start beim "Parkplatz Juifen Alm" über die Juifenalm möglich. Dieser Weg ist technisch deutlich einfacher als der beim Parkplatz Moos.
Streckenplan
folgt...
Schwierigkeit der Skitour
Der Aufstieg ist über lange Strecken wirklich zäh, ausgenommen bei idealer Schneelage nach Neuschnee. Vereiste Passagen oder schneearme Abschnitte machen diese Route definitiv nicht zu einer Einsteiger-Skitour. Weiter oben angekommen öffnet sich allerdings eine beeindruckende Winterlandschaft. Außerdem ist man auf dieser Route meist erstaunlich alleine unterwegs, zumindest bis zum Gipfel.
Von oben bieten sich mehrere Abfahrtsvarianten in unterschiedliche Richtungen. Die Tour eignet sich daher vor allem für konditionsstarke Skitourengeher, die gerne Varianten kombinieren und eine lange Tour nicht scheuen.
Lawinengefahr
Wer die Tour mit Abfahrten sowohl Richtung Osten als auch Westen kombiniert, muss die jeweilige Exposition auch bei der Lawinenbeurteilung berücksichtigen. Die klassischen Westanstiege Richtung Sömen und Roter Kogel gelten im Vergleich zu vielen anderen Skitouren in der Region als eher moderat und weniger steil, besonders im Vergleich zu einigen Osthängen.
Exposition: Großteils West und Ost/Nordost.
Empfohlene Ausrüstung
Klassische Skitourenausrüstung inklusive LVS-Set ist selbstverständlich Pflicht. Harscheisen sind hier nicht nur eine Empfehlung, sondern häufig eine sehr gute Idee. Zusätzlich Sonnenschutz, ausreichend Flüssigkeit und Verpflegung. Eine Einkehr direkt entlang der Route gibt es nicht.
Beste Jahreszeit
Bei guter Schneelage ist die Tour meist von Ende Dezember oder Jänner bis etwa Mitte beziehungsweise Ende März möglich. In schneereichen Wintern kann die Saison auch deutlich länger dauern.
Anreise und Parken
Bei Gries im Sellrain über das Lüsenstal Richtung Lüsens fahren. Kurz nach der Abzweigung nach Praxmar (links Richtung Lüsens halten) befindet sich am rechten Straßenrand bei einem kleinen See ein gebührenpflichtiger Parkplatz (ca. 5 Euro). Die Parkgebühr wird regelmäßig kontrolliert.
Ein Bus hält direkt dort nicht, allerdings fährt ein Bus zum großen Parkplatz in Praxmar. Von dort erreicht man den Startpunkt dieser Skitour in wenigen Minuten.
Alle Informationen: Skitour Roter Kogel und Sömen
- Abschnitte durch Wälder
- Felskontakt entlang der Route
- Helm zu empfehlen
- Kostenpflichtiges Parken oder Maut
- Rundtour
- Abfahrt direkt vom Gipfel möglich
- Aufstieg mit den Skiern bis zum Gipfel möglich
- Gut für Splitboard geeignet
- Harscheisen empfehlenswert
- LVS-Set erforderlich
Route (GPX-Strecke): Skitour Roter Kogel und Sömen
Hotel oder Unterkunft in Praxmar
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