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Skitour Nördliche Steintalspitze (Sellrain): Steile Hänge, große Aussichten
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Beschreibung
Von Haggen aus gibt es Richtung Südwesten im Krasprestal eine Vielzahl an tollen Skitourenzielen, wie etwa den Zwieselbacher Rosskogel.
Ebenfalls empfehlenswert und etwas niedriger gelegen sind die Südliche Steintalspitze (2.741 m) und der Pockkogel (2.807 m). Beide verlangen im oberen Teil allerdings eine sehr sichere Lawinenlage und ein gutes Gespür für steiles Gelände. Wer hier unterwegs ist, sollte wissen, was er tut. Der Berg verzeiht viel, aber nicht alles.
Die Nördliche Steintalspitze: unterschätztes Skitourenziel im Sellrain
Die Nördliche Steintalspitze liegt in den Stubaier Alpen und bildet gemeinsam mit der Südlichen Steintalspitze und dem markanten Pockkogel eine eindrucksvolle Hochgebirgslandschaft oberhalb des Kraspestals. Während der Zwieselbacher Rosskogel in der Region ein regelrechter Publikumsmagnet ist, geht es im Steintal oft deutlich ruhiger zu. Das ist für viele ein großer Vorteil. Weniger Spuren im Schnee bedeuten schließlich mehr Platz für die eigene Linie.
Das Gelände rund um das Steintal ist geprägt von steilen Flanken, breiten Kare und markanten Rinnen. Genau diese Mischung macht die Gegend für Skitourengeher besonders interessant. Wer gern abwechslungsreiche Touren mit alpinem Charakter unternimmt, wird hier definitiv fündig.
Die Aussicht vom oberen Steintal reicht weit über das Sellraintal hinaus. Besonders beeindruckend ist der Blick Richtung Kühtai mit dem Speicher Finstertal, der im Winter wie ein riesiges weißes Amphitheater wirkt. Bei klarer Sicht steht man hier oben quasi in der ersten Reihe eines ziemlich spektakulären Bergkinos.
Ursprünglich war für diese Tour eigentlich der Pockkogel geplant. Da die sehr steile Rinne mit über 40 Grad Neigung jedoch zu heikel wirkte, fiel die Entscheidung vor Ort zugunsten des breiteren und etwas flacheren Anstiegs Richtung Südliche Steintalspitze. Dieser bietet in der Abfahrt auf dem breiteren Gelände zudem deutlich mehr Spielraum als die doch sehr kurze Rinne in den Steintalsattel, von wo man anschließend über einen Grat zum Pockkogel gelangen kann.
Aber auch der Hang zum Sattel unterhalb der Südlichen Steintalspitze ist mit 35 bis 40 Grad Neigung alles andere als flach. Hier sind sichere Spitzkehren, saubere Technik und eine Portion Konzentration gefragt. Wer hier elegant aufsteigt, fühlt sich ein bisschen wie ein Skitourenballetttänzer. Wer es nicht tut, lernt Spitzkehren meistens sehr schnell.
Am Sattel auf gut 2.700 Metern Höhe angekommen kann man sich den anschließenden Grat zum Gipfel sparen. Der war bei dieser Tour ohnehin nicht sicher begehbar. Außerdem wusste ich aufgrund der spontanen Umplanung zu diesem Zeitpunkt gar nicht, dass sich nur wenige Meter entfernt ein Gipfel befindet. Manchmal ist Unwissenheit eben auch eine Form von Effizienz.
Doch selbst vom Sattel aus bietet sich bereits ein großartiges Panorama, unter anderem Richtung Skigebiet Kühtai und zum Speicher Finstertal. Ein perfekter Ort für eine kurze Pause, ein paar Fotos und die mentale Vorbereitung auf die Abfahrt.
Für die rund 200 Höhenmeter lange Steilabfahrt braucht es ebenfalls stabile Lawinenverhältnisse und eine solide Skitechnik. Wenn alles passt, wartet allerdings eine ziemlich genussvolle Abfahrt. So genussvoll, dass die 200 Höhenmeter kurzerhand gleich zwei weitere Male wiederholt wurden. Rein aus wissenschaftlichem Interesse natürlich ;)
Exakte Beschreibung der Route für die Skitour zur Nördlichen Steintalspitze
- Start in Haggen bei der Jausenstation Schärmeralm.
- Im Kraspestal (oder Kraspres...) Richtung Südwesten lange Zeit relativ flach taleinwärts bis zur sogenannten Zwinge auf etwa 2.000 Metern Höhe.
- Der Abschnitt um die Zwinge ist meist stark vereist und sehr steil. Auf dieser kurzen Passage werden häufig die Skier getragen oder Harscheisen angelegt. Bei guter Schneelage kann man die Zwinge auch etwas weiter nördlich umgehen, wobei auch dort häufig eisige Bedingungen herrschen. Elegantes Skitourengehen wird hier also kurzfristig durch vorsichtiges Herumstaksen ersetzt.
- Nach der Zwinge zweigt man direkt rechts in das Steintal auf. Der erste Anstieg ist ebenfalls oft vereist und meist nur mit Harscheisen gut begehbar. Für einen kurzen Abschnitt wurden die Ski getragen, da stellenweise kein Schnee lag und man erstaunlich bequem über Gras und Felsen aufsteigen konnte. Auch das gehört zum Skitourenleben.
- Anschließend folgt sanfteres Gelände, bis man auf etwa 2.450 Metern Höhe plötzlich vor einer ziemlich beeindruckenden Wand aus steilen Erhebungen steht. Hier wird klar: Die gemütliche Einrollphase ist vorbei.
- Die Rinne ganz rechts führt zum Steintalsattel auf 2.741 Metern Höhe. Aus der Ferne wirkt sie beinahe unbegehbar. Je näher man kommt, desto realistischer erscheint sie. Trotzdem sollte diese Passage nur bei sehr sicheren Verhältnissen begangen werden, da die Neigung über 40 Grad liegt.
- Deutlich einladender wirkt der breitere und etwas flachere Hang mit etwa 35 bis 40 Grad Neigung, der auf einen Sattel bzw. Kamm kurz unterhalb der Nördlichen Steintalspitze führt. Auch hier sollte die Lawinensituation für die rund 200 Höhenmeter gut beurteilt werden.
- Oben angekommen kann man sich den meist ohnehin nicht begehbaren Grat zur Nördlichen Steintalspitze sparen und direkt am Sattel das Skidepot anlegen. Nach einer kurzen Pause folgt die steile Abfahrt. In diesem Fall war sie so gut, dass die 200 Höhenmeter insgesamt gleich zwei weitere Male wiederholt wurden. Man muss gute Bedingungen schließlich ausnutzen, solange sie da sind.
- Anschließend fährt man über das breite Steintal (viel Spielraum beim Abfahren) wieder bergab ins Kraspestal. Dort folgt man einfach dem Aufstiegsweg zurück zum Ausgangspunkt bei Haggen.
Streckenplan
Schwierigkeit der Skitour auf die Nördliche Steintalspitze
Trotz der relativ kurzen Tour von gut 1.000 Höhenmetern ist diese Skitour technisch durchaus anspruchsvoll. Konditionell hält sich der Aufwand in Grenzen, dafür sind Erfahrung und eine saubere Skitourentechnik klar von Vorteil.
Bereits im unteren Teil warten zwei häufig vereiste Abschnitte. Der steile Schlussanstieg verlangt zudem sichere Spitzkehren und ein gutes Gespür für die Schneeverhältnisse. Insgesamt ist diese Tour also nichts für den ersten Skitourenversuch des Winters, aber für erfahrene Skitourengeher ein spannendes Ziel mit alpinem Charakter.
Lawinengefahr
Im Kraspestal sieht man vor allem im Spätwinter und Frühjahr zahlreiche Lawinenkegel, die meist von den steilen Flanken herunterkommen. In der Regel erreichen diese jedoch nicht die eigentliche Skitourenroute.
Die Schlüsselstelle der Tour ist der Schlussanstieg im Steintal. Die Rinne Richtung Steintalsattel und weiter zum Pockkogel wirkt zwar kürzer, ist meiner Einschätzung nach aber deutlich heikler. Der breitere Hang Richtung Nördliche Steintalspitze verteilt die Steilheit auf mehr Fläche und bietet dadurch etwas mehr Spielraum bei der Routenwahl. Genau deshalb fiel die spontane Entscheidung vor Ort auf diese Variante.
Auf skitourenguru werden beide Varianten ungefähr gleich bewertet, was einmal mehr zeigt, dass letztlich immer die aktuellen Bedingungen vor Ort entscheidend sind.
Exposition: Nordost im Kraspestal, Osten im Steintal (Südost für die Rinne Richtung Pockkogel)
Empfohlene Ausrüstung
- Klassische Skitourenausrüstung inklusive Helm
- LVS Set mit Sonde und Schaufel
- Harscheisen
- Ausreichend Verpflegung und Getränke, da es unterwegs keine Einkehrmöglichkeit gibt
- Sonnenschutz für die oft überraschend intensive Frühjahrssonne im Hochgebirge
Beste Jahreszeit
Bei guter Schneelage ist die Skitour auf die Nördliche Steintalspitze meist ab Jänner möglich. Besonders gute Bedingungen findet man häufig zwischen Ende Februar und April, je nach Schneelage und Stabilität der Schneedecke.
Anreise und Parken
Die Anreise erfolgt über die Sellrainstraße nach Haggen in der Gemeinde St. Sigmund im Sellrain. Kurz vor der Jausenstation Schärmeralm befinden sich mehrere kostenlose Parkplätze.
Alternativ hält auch ein Bus in Haggen, wodurch die Skitour theoretisch sogar öffentlich erreichbar ist. Für eine Skitour in den Stubaier Alpen gar nicht so schlecht.
Alle Informationen: Skitour Nördliche Steintalspitze
- Abschnitte durch Wälder
- Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Talort möglich
- Felskontakt entlang der Route
- Helm zu empfehlen
- Kostenlos Parken
- Für Schneeschuhwanderer nicht empfehlenswert
- Harscheisen empfehlenswert
- LVS-Set erforderlich
- Skidepot unterhalb des Gipfels
- Viele Spitzkehren (gute Technik von Vorteil)
Route (GPX-Strecke): Skitour Nördliche Steintalspitze
Hotel oder Unterkunft in Sankt Sigmund
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