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Kuhscheibe Südost Skitour: Einsamkeit für Kenner und Gipfelmuffel
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Beschreibung
Die Kuhscheibe gehört zweifellos zu den Winter-Promis der Ötztaler Alpen.
Doch während sich die Massen auf der Westsüd-Variante über den Roßkarferner gegenseitig auf die Ski treten, bietet die Südost-Route über den Kuhscheibenferner das, was man beim Tourengehen eigentlich sucht: Ruhe, unverspurten Schnee und die Gewissheit, dass man hier höchstens einer verirrten Gämse begegnet.
Bevor wir uns in die Details stürzen, ein kurzer Blick auf unser Objekt der Begierde: Die Kuhscheibe ragt stolze 3.189 Meter in den Tiroler Himmel. Der Name klingt zwar eher nach gemütlicher Almwiese und Wiederkäuern, aber lass dich nicht täuschen - der Berg hat Charakter. Er liegt im hinteren Sulztal und ist eingerahmt von klangvollen Namen wie dem Schrankogel und der Wilden Leck. Geologisch gesehen befinden wir uns hier im Altkristallin der Stubaier Alpen, was bedeutet: Der Fels ist solide, die Aussicht auf die umliegende Gletscherwelt ist gigantisch und der Aufstieg zieht sich lang genug, um die Sünden des letzten Schnitzel-Abends auf der Hütte restlos zu verbrennen.
Der Clou an der Südost-Route: Man bekommt ein Gelände serviert, das optisch eher an eine einsame Arktis-Expedition erinnert als an den üblichen Pistenskitouren-Wahnsinn. Der einzige Haken an der Sache ist die Sturheit des Berges am Ende. Ein kompletter Aufstieg bis zum Gipfelkreuz ist über diese Flanke aufgrund des extrem steilen Schlussabschnitts nur selten mit gutem Gewissen (und ohne Lebensversicherung) möglich. In der Regel markiert das Skidepot auf etwa 3.100 Metern das vernünftige Ende der Fahnenstange. Aber wer braucht schon das Metallkreuz, wenn die Abfahrt danach die Oberschenkel zum Singen bringt?
Route: So findest du den Weg (ohne dich zu verfahren)
- Der Startschuss: Los geht es am großen Parkplatz in Gries im Sulztal. Hier darfst du erst mal dein Kleingeld im Parkautomaten versenken, bevor die Waden arbeiten müssen.
- Der gemütliche Teil: Erst mal flach durch das Sulztal schnaufen, vorbei an der Sulztalam, bis die Amberger Hütte in Sichtweite kommt. Ein kurzer Gruß an die Hüttenwirte ist Pflicht, auch wenn wir heute woanders hinwollen.
- Ab in die Wildnis: Hinter der Hütte geht es hinab in die "Sulze". Folge dem Talverlauf über zwei Steilstufen Richtung Sulztalferner. Aber Obacht: Bevor du den Gletscher erreichst, verlässt du auf etwa 2.600 Metern in einem scharfen Rechtsknick die Autobahn und ziehst deine eigene Spur nach Westen Richtung Kuhscheibenferner.
- Das Finale: Halte dich tendenziell eher rechts. Ein knackiger, über 30 Grad steiler Hang führt dich auf das Plateau auf 3.000 Metern. Hier kannst du kurz durchatmen und die Einsamkeit genießen, bevor es ernst wird. Kurz vor dem Gipfelgrat steilt das Gelände auf über 40 Grad auf. Wer hier hoch will, braucht ideale Verhältnisse und eine Vorliebe für steile Rinnen. Die meisten Vernünftigen lassen es bei 3.100 Metern gut sein, fellen ab und bereiten sich auf den Spaß des Tages vor.
- Die Belohnung: Die Abfahrt erfolgt entlang der Aufstiegsspur. Genieße den Platz, den du hier im Vergleich zur Normalroute hast!
Pro-Tipp für Gipfelstürmer: Falls dein Ego unbedingt das Gipfelfoto braucht, kannst du den Berg auch als Rundtour planen: Aufstieg über den Normalweg (Westsüd), Gipfelsieg feiern und dann die hier beschriebene Südost-Abfahrt über den Kuhscheibenferner als Sahnehäubchen mitnehmen.
Kombinationstipp: Wer noch Körner in den Beinen hat, kann die Tour mit einer Abfahrt unterhalb der Zahmen Leck kombinieren. Doppelt hält besser!
Streckenplan:
Anforderungen und Lawinengefahr
Die Schwierigkeit dieser Skitour ist zweigeteilt. Über weite Strecken bewegst du dich im Wohlfühlbereich, doch das Finale hat es in sich. Wer zum Gipfel will, muss steiles und anspruchsvolles Gelände beherrschen. Das ist nichts für Zauderer.
Lawinengefahr und Exposition
Die Lawinengefahr wird meist als "Mittel" eingestuft, wobei der Schlussteil absolute Top-Verhältnisse verlangt. Die Exposition ist im obersten Abschnitt Ost, während du weiter unten großteils auf Nord- und Nordost-Hängen unterwegs bist. Das verspricht oft feinsten Pulver, wenn woanders schon die Firn-Suppe kocht.
Empfohlene Ausrüstung
Neben der klassischen Skitourenausrüstung inklusive LVS-Set und Helm gehören Harscheisen zwingend ins Gepäck, besonders für den letzten Abschnitt. Falls du den kurzen Grat zum Gipfel wirklich in Angriff nehmen willst, sind Steigeisen kein Luxus, sondern eine Lebensnotwendigkeit.
Beste Jahreszeit
Von Februar bis April zeigt sich die Tour von ihrer besten Seite. Im späten Frühjahr (Mai) mutiert das Ganze oft zum klassischen Bike und Hike: mit dem Mountainbike zur Amberger Hütte und ab dort auf Skiern weiter. Schont die Knie und sieht cooler aus.
Anreise und Parken
Wer zeigen will, was er hat, steuert seinen Sportwagen über Längenfeld hoch nach Gries. Am Ortsende wartet ein großer Parkplatz darauf, gegen eine kleine Gebühr dein Gefährt zu beherbergen. Für alle, die ihr Geld lieber in Tourenski investieren: Gelegentlich verirrt sich auch ein Bus nach Gries.
Alle Informationen: Kuhscheibe Skitour über Südosten
- Abschnitte durch Wälder
- Als Zweitagestour mit Hüttenübernachtung möglich
- Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Talort möglich
- Bike & Hike
- Einkehrmöglichkeit(en) entlang der Route
- Felskontakt entlang der Route
- Helm zu empfehlen
- Kostenpflichtiges Parken oder Maut
- Mit Gletscherkontakt
- Aufstieg mit den Skiern bis zum Gipfel möglich
- Frühjahrsskitour
- Für Schneeschuhwanderer nicht empfehlenswert
- Gletscher-Kontakt (in der Regel ohne Seil begehbar)
- Harscheisen empfehlenswert
- LVS-Set erforderlich
- Skidepot unterhalb des Gipfels
Route (GPX-Strecke): Kuhscheibe Skitour über Südosten
Hotel oder Unterkunft in Gries
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