Die Marmotta Trophy hat am Sonntag noch einmal richtig aufgedreht und den Fans ein Sprintfinale serviert, das man so schnell nicht vergisst.
Zwei Olympiasieger standen am Ende ganz oben, doch der Weg dorthin war alles andere als ein Spaziergang.
Harrop schreibt ihr eigenes Kapitel in Martell
Emily Harrop hat sich in Martell längst ein Denkmal gebaut. Die Französin kennt bei der Marmotta Trophy scheinbar nur eine Richtung: nach vorne. Zum vierten Mal nach 2022, 2023 und 2024 holte sie sich auch heuer den Sieg im Sprint und stellte damit eindrucksvoll unter Beweis, wer hier das Sagen hat.
Ganz reibungslos lief es diesmal aber nicht. Im Viertelfinale musste sie sich noch hinter Caroline Ulrich einordnen. Ein kleiner Dämpfer, der Harrop offenbar genau das richtige Maß an Motivation geliefert hat. Im Halbfinale zog sie das Tempo an, im Finale legte sie noch eine Schippe drauf. Mit einer Zeit von 3.21 Minuten war sie sogar noch einmal sechs Sekunden schneller als zuvor.

Hinter ihr zeigte Giulia Murada eine starke Leistung und sicherte sich Rang zwei. Komplettiert wurde das Podest von Margot Ravinel. Die Marmotta Trophy wurde damit einmal mehr zur Bühne für starke Auftritte aus Frankreich und Italien.
„Ich war nach den anstrengenden Wochen selbst ein wenig überrascht, weil ich nicht wusste, wie die Beine reagieren würden. Ich liebe es hier in Martell zu sein. Ich mag die Strecke, weil sie anders ist und es Spaß macht. So habe ich versucht, richtig Gas zu geben und das ist mir gelungen“, erklärte Harrop nach ihrem Triumph.
Murada blieb ebenfalls zufrieden und ordnete ihr Rennen realistisch ein: „Ich bin sehr zufrieden. Den Sprint hier mag ich, auch wenn die Strecke nicht unbedingt auf meine Qualitäten zugeschnitten ist. Der Anfangsteil ist sehr flach und das kommt mir nicht entgegen. Aber nach einem dritten Rang vor zwei Jahren, der noch überraschender gekommen war, bin ich heute wieder aufs Podest gekommen.“
Cardona Coll lässt keinen Zweifel aufkommen
Bei den Männern setzte Oriol Cardona Coll ein klares Zeichen. Der Spanier war an diesem Tag schlicht nicht zu knacken. Schon im Viertel- und Halbfinale ließ er keinen Zweifel aufkommen, dass der Sieg nur über ihn gehen würde.
Im Finale zog er das Rennen konsequent durch und gewann in 2.56 Minuten vor Arno Lietha und Nikita Filippov. Damit bestätigte er seine Form, die er bereits bei den Olympischen Winterspielen Mailand Cortina 2026 unter Beweis gestellt hatte.

„Nach Olympia habe ich im letzten Monat nicht viel trainiert, weil ich sehr beschäftigt war. Es ist schön zu sehen, dass ich meine Landsleute begeistere und dass sie die Olympischen Winterspiele so zahlreich mitverfolgt haben. Nun, nach dieser langen Zeit, wieder zurück zu sein und gleich wieder zu gewinnen, bedeutet mir sehr viel und es beweist, dass ich immer noch gut in Form bin“, so Cardona Coll.
Tomasoni überrascht und ärgert sich ein wenig
Luca Tomasoni mischte ebenfalls vorne mit und erreichte das Finale. Zwischenzeitlich sah es sogar nach einer kleinen Sensation aus, denn der Italiener lag lange in Führung. Ein missglückter Wechsel brachte ihn jedoch aus dem Rhythmus, am Ende wurde es Rang fünf.
Ganz ohne Stolz verließ er die Strecke dennoch nicht: „Ich bin sehr zufrieden, weil ich im letzten Monat richtig gut in Form gekommen bin und es drei Mal in Folge in ein Finale geschafft habe. Trotzdem ist es ein wenig schade, weil ich bis zur Hälfte des Rennens in Führung lag, aber eben einen Wechsel ein wenig verhaut habe und dann zurückgefallen bin. Ich bin es noch nicht gewohnt da vorne mitzulaufen, aber es war eine schöne Erfahrung“.
Lob für Organisation und Teamgeist
Auch abseits der Strecke gab es Grund zur Freude. Die Marmotta Trophy überzeugte einmal mehr organisatorisch und sorgte für zufriedene Gesichter beim internationalen Verband. OK-Präsident Georg Altstätter nahm das Lob stellvertretend entgegen und gab es direkt weiter.

„Allen Helferinnen und Helfern, die bei dieser 18. Ausgabe der Marmotta Trophy mitgewirkt haben, sei von Herzen gedankt. Wir haben gezeigt, wie viel Zusammenhalt ausmacht und was man gemeinsam erreichen kann. Danken möchte ich auch unseren zahlreichen Sponsoren, ohne die wir die Marmotta Trophy niemals ausrichten könnten“, sagte Altstätter.
Mit insgesamt drei Entscheidungen ist die diesjährige Marmotta Trophy damit abgeschlossen. Und eines steht fest: Martell bleibt ein Fixpunkt im Weltcup, bei dem sportlich und organisatorisch ordentlich geliefert wird.
Ergebnisse im Überblick
Sprint Frauen:
1. Emily Harrop 3.21
2. Giulia Murada 3.29
3. Margot Ravinel 3.33
4. Célia Perillat-Pessey 3.34
5. Tatjana Paller 3.38
6. Ana Alonso Rodriguez 4.04
Sprint Männer:
1. Oriol Cardona Coll 2.56
2. Arno Lietha 2.58
3. Nikita Filippov 3.02
4. Loïc Dubois 3.05
5. Luca Tomasoni 3.05
6. Biel Pujol Parramon 4.25
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