Der Karwendelmarsch 2025 hat wieder einmal bewiesen, warum er als Kult-Event im Alpenraum gilt.
Am 30. August wagten sich rund 2.300 Starter in den Naturpark Karwendel, um entweder die 35 oder die 52 Kilometer lange Herausforderung zu bewältigen. Regen in der Nacht, kühle Temperaturen am Morgen und später neuerlicher Niederschlag machten das Abenteuer noch authentischer. Für zwei Athleten entwickelte sich der Tag zur Krönung ihrer bisherigen Laufkarriere: neue Streckenrekorde bei Damen und Herren!
Früher Start in Scharnitz und 52 Kilometer Abenteuer
Um Punkt 6:00 Uhr ertönte in Scharnitz der Startschuss, und das Karwendelgebirge wurde zur Bühne für ein wahres Bergsport-Spektakel. Die Route führte über legendäre Punkte wie den Schafstallboden, das Karwendelhaus und die Falkenhütte bis zur Eng, wo die Kurzdistanz endete. Wer den langen Atem hatte, lief weiter über die Binsalm, den Gramai Hochleger, die Gramai Alm und die Falzturnalm bis ins Ziel nach Pertisau am Achensee. Schon die Streckenführung macht klar: Der Karwendelmarsch ist nichts für Spaziergänger, sondern für Sportler mit Leidenschaft.
Neue Rekordzeiten: Roach und Drieb-Schön in Hochform
Thomas Roach wiederholte seinen Sieg aus dem Vorjahr und pulverisierte mit 3:55:48 Stunden den bisherigen Streckenrekord auf der 52-km-Distanz. Mit einem Grinsen im Gesicht erklärte er: „Die Bedingungen heute waren sehr gut – nicht zu heiß – und ich konnte mich auch in Sachen Ernährung sehr gut vorbereiten.“ Zweiter wurde Toni Seewald aus Deutschland (4:04:05), der trotz des Rückstands zufrieden ins Ziel kam. Der Tiroler Stephan Permann erkämpfte sich mit 4:14:43 Platz drei.

Bei den Damen glänzte Maike Drieb-Schön mit einem ähnlich starken Auftritt. Auch sie verteidigte ihren Titel – und setzte mit 4:49:59 ebenfalls einen neuen Rekord. Ihre Herangehensweise war verblüffend einfach: „Ich freue mich über diesen Erfolg, denn ich habe die Strecke sehr gut bewältigt, indem ich einfach nach Gefühl gelaufen bin.“ Dahinter lieferten sich die Verfolgerinnen einen packenden Schlagabtausch. Christine Barthelmes (5:10:40) aus Deutschland und Tamara Thurner (5:12:45) als beste Österreicherin rundeten das Damenpodest ab.

Von Superlativen und Emotionen
Der Karwendelmarsch ist mehr als eine Aneinanderreihung von Kilometern. Er ist ein Volksfest im Gebirge, bei dem rund 40 Prozent der Teilnehmer Frauen waren. Besonders bemerkenswert: die jüngste Starterin Maria Schneeberger, Jahrgang 2007, sowie die ältesten Finisher wie Walter Reindl (Jahrgang 1948) und die beiden Damen Maria Rohrbauer und Regina Schmutz (beide Jahrgang 1954). Sie alle bewiesen, dass dieser Lauf Generationen verbindet.

Nachhaltigkeit und neue Ideen
Auch abseits der sportlichen Spitzenleistungen punktete der Karwendelmarsch mit Innovation. Erstmals erhielten alle Teilnehmer den umweltfreundlichen Mehrwegbecher „Karwendelmarsch Race Cup“, der an den Labestationen zum Einsatz kam und ein starkes Signal in Sachen Müllvermeidung setzte. Dazu wurde ein Live-Stream direkt von der Strecke angeboten, der im Zielraum für zusätzliche Emotionen sorgte. „Der Karwendelmarsch ist weit mehr als ein sportliches Event – er ist ein starkes Zeichen für nachhaltiges Miteinander und gelebte regionale Zusammenarbeit“, betonten Martin Tschoner (Achensee Tourismus) und Elias Walser (Region Seefeld – Tirols Hochplateau).

Die Geschichte des Klassikers
Seit seiner Neuauflage 2009 gilt der Karwendelmarsch als Musterbeispiel dafür, wie Sport, Natur und Tourismus Hand in Hand gehen können. Ursprünglich ins Leben gerufen, um den Tiroler Skinachwuchs zu unterstützen, entwickelte er sich von 1969 bis 1990 zur größten Sportveranstaltung Tirols. Heute führt er durch ein einmaliges alpines Gelände, das den Teilnehmern sportliche Grenzerfahrungen beschert – und gleichzeitig den Naturpark Karwendel ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt.
Alle Informationen, Ergebnisse und Fotos zum Karwendelmarsch

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