Gerda Steyn läuft sich in die Rekordbücher von Two Oceans. Außenseiter Givemore Mudzinganyama fängt "den großen Fisch"!

Als Givemore Mudzinganyama (gebürtig aus Zimbabwe, mit Wohnsitz in Johannesburg) das ganz große Rennen für sich "angelte", war der Lauf für Gerda Steyn (Südafrika) erneut ein großer Triumph mit dem zweiten Rekord in Folge und ihrem vierten Sieg nacheinander beim "The World`s Most Beautiful Marathon" am südafrikanischen Kap.

Mehr als 12.000 Läuferinnen und Läufer starteten frühmorgens bei kühlen Bedingungen, wobei die Führenden anfangs mäßigen Gegenwind, später jedoch Rückenwind hinnahmen.Und mit Tausenden von Zuschauern entlang der Fan-Zonen scheint die Zukunft des größten Ultramarathons am Kap nach der COVID-Pause gesichert zu sein.

Steyn war wieder in Bestform und besaß einfach zu viel Speed und Kraft für das starke Nedbank-Quartett aus Äthiopien. Obgleich Steyn am größten Anstieg des Rennens, dem Constantia Nek, langsamer wurde, hatte sie noch genügend Reserven, um den Moment des Zieljubels genießen zu können und gleichzeitig die neue Rekordmarke auf 3 Stunden 29 Minuten und 06 Sekunden zu drücken. Dieser Rekordanreiz brachte ihr neben der Siegprämie von 250.000 Rand eine Verdoppelung auf eine halbe Million Rand und zusätzlich die Nutzung eines KIA-Autos für 12 Monate ein, sowohl in Südafrika als auch im Ausland.

Two Oceans Marathon 2023, Spitzengruppe

"Ich glaube nicht, dass ich jemals so emotional im Ziel war", bemerkte Steyn. "Ich liebe dieses Rennen einfach und werde nächstes Jahr und hoffentlich noch viele Jahre dabei sein".

"Mein Hauptziel war einfach, meinen vierten Sieg einzufahren (...), aber ich dachte, der Rekord könnte kommen, wenn ich ein gutes Tempo beibehalte. Bei km 50 habe ich mir aus-gerechnet, dass ich, wenn ich 3:30 Minuten/km bis zum Ziel laufe, immer noch ein paar Sekunden mehr Zeit habe, um den Moment und die Zuschauer im Ziel zu genießen!"

Der Männersieger Mudzinganyama (32) hatte sich bereits 2015 im Halbmarathon versucht und kann auf beachtliche Erfolge im Traillauf verweisen.

Two Oceans Marathon 2023, Nedbank Läuferinnen

"Ich habe das Trailrunning geliebt, aber in dieser Disziplin kann man nicht so leicht seinen Lebensunterhalt verdienen", gab er zu. Deshalb entschloss er sich, Vollzeit-Profiläufer zu werden und wollte "den ganz großen Fisch" beim Two Oceans zu fangen. Hilfreich war dabei auch die Trainingsgruppe um Coach Hendrick Ramaala (zu der auch Precious Mashele als neuer 10km-Rekordhalter zählt), dort wurde er für den Tag beim TO gut vorbereitet.

Sein Sieg war das Ergebnis einer guten Planung, eines großartigen Timings und einer hervorragenden Ausführung, aber es war nicht einfach.

Two Oceans Marathon 2023, 56km-Gruppe nach Sonnenaufgang

Im letzten Viertel des Anstiegs zum Constantia Nek schüttelte er seinen hartnäckigen Verfolger Dan Matshailwe (Nedbank) ab, der häufig unterwegs mit Quadrizeps-Problemen zu tun hatte. Dann überholte er den bis dahin Führenden Lebello Mopenyane (Lesotho) und hatte schließlich 23 Sekunden Vorsprung auf Matshailwe, der noch einmal am Ende mächtig zulegen konnte und damit auch bester Südafrikaner war. Im Ziel freuten sich die beiden Erstplatzierten einträchtig, dabei ist bemerkenswert, dass sie ebenso Debütanten des Rennens waren. Das Podium komplettierte dann Nkosikhona Mhlakwana (der vorjährige Zweitplatzierte), der ein spannendes Finish hinlegte.

Two Oceans Marathon 2023, Matshailwe

Nochmals zurück zum Frauenrennen. Der Kampf um die Podiumsplätze hinter Siegerin Steyn sorgte jedoch für Aufregung. Amelework Bosho (Nedbank/Äthiopien), die in 2022 als Dritte finishte, hatte sich lange zurückgehalten und war nun mehr nach vorn gekommen.Sie war auf den zweiten Rang vorgerückt, der sicher schien. Doch von hinten kam - wie aus dem Nichts - Carla Molinari, die immer näher an Bosho heranrückte. Die gebürtige Südafrikanerin, die zuvor lange in England lebte und erst Ende letzten Jahres nach Kapstadt zurückkehrte, durchlief unterwegs die Marathonmarke nahe an ihrer Bestzeit und hätte beinahe Bosho erreicht.

"Es war der Lauf meines Lebens", freute sich Molinari. "Ich kann mein Rennen heute nicht glauben - es war einfach perfekt."

Am Ende wurde Bosho Zweite, 12 Minuten hinter Steyn, aber nur 9 Sekunden vor Molinaro !  Fünfte in diesem Lauf wurde übrigens Nobukhosi Tshuma (Zimbabwe), sie ist die Ehefrau des Siegers.

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Two Oceans Marathon 2023, Siegerin G. Steyn vor Nedbank Gruppe

TO-Race / Halbmarathon, 16. April 2023

Überraschungssieger im Frauen-  und Männerfeld / Hohe Teilnehmerzahl

Das kurze, aber dennoch profilierte TO-Rennen über die Halbmarathondistanz war ein taktischer und relativ langsamer Wettbewerb, der im Sprint-Finish endete.

Erstaunlich hoch war hierbei die Gesamtteilnehmerzahl mit 16.000 Aktiven.

Der Männersieger Mbuleli Mathanga (Südafrika) nutzte die Gunst der Stunde, spielte seine Stärken aus und erlief einen denkwürdigen Erfolg beim TO-Halfmarathon. Elroy Gelant (ebenfalls RSA) war erneut gezwungen, die "zweite Geige" zu spielen (bereits im Vorjahr Zweiter). Jobo Khatoane aus Lesotho vervollständigte dann das Podium.

Die ehemalige britische Duathlon-Weltmeisterin Emma Pallant (GB) musste alles geben, um die starke Nedbank-Läuferin Bekelech Wariyo (Äthiopien), die hier Debütantin war, um fünf Sekunden zu verdrängen. Pallant hatte bereits seit dem Vorjahr Streckenkenntnisse. Mokulubete Makatasi (Lesotho) wurde mit fast 2 Minuten Rückstand Dritte.

Two Oceans Marathon 2023, Bekelech Wariyo

Die Streckenrekordhalterin Helalia Johannes (Namibia) war nicht am Start.

Der 29jährige Mathanga war auf der Bahn, im Cross und auf der Straße schon bekannt. Nach seiner Rückkehr von der diesjährigen Crosslauf-WM in Australien (er belegte dort den 37. Einzelrang mit 1 Sekunde Vorsprung vor seinem Landsmann Elroy Gelant !) fügte er mit seinem Sieg in 1:03:58 Std. einen weiteren Triumph hinzu.

Keiner seiner Mitstreiter konnte ihm am Schluß folgen, obgleich Gelant und der schnelle Thabang Mosiako (Nedbank), der beim Absa race eine 10km-Zeit von 27:52 hinlegte, vereinbarten: "Lass uns zusammenarbeiten, um ihn einzuholen".

Doch Mathanga nutzte auf den letzten 3km am "Let`s Hill" seine Bergkraft aus, um den entscheidenden Vorsprung zu erzielen.

"Zuletzt war ich bei meinem Debüt Vierter in diesem Rennen, jetzt bin ich Erster und sehr glücklich über meinen Sieg", sagte Mathanga nach dem Lauf.

Er will sich auch für die Berg- und Trail-WM in Österreich im Juni qualifizieren.

Im Frauen-Rennen trennte das aggressive Laufen von Pallant und Wariyo schnell das Feld vor der Streckenhälfte.

Pallant, die vor fünf Jahren aus England nach Johannesburg gezogen ist, war entschlossen, ihr "schlechtes" Rennen vom Vorjahr zu vergessen.

"Der heutige Tag war großartig  -  ein großartiger Wettkampf. Letztes Jahr bin ich viel zu schnell angelaufen, habe nicht mit Hügeln gerechnet und kam als Sechste ins Ziel.

Ich war nicht glücklich und musste zurückkehren", sagte die Siegerin.

Wariyo bewies erneut ihre Klasse (zuvor gewann sie  - wie berichtet - das Absa-Rennen) und musste diesmal hart um den Sieg kämpfen, den sie erst auf der Zielgeraden im Sprint um 4 Sekunden verlor. "Mein Rennen ist heute gut gelaufen", sagte sie. "Aber es war schwieriger als andere Rennen. Die Hügel haben es schwer gemacht".

Die Drittplatzierte Makatasi (Lesotho) freute sich ebenso über ihren Podiumsplatz, sie war im Vorjahr Fünfte.

Zum Two Oceans Marathon

Foto: Tobias Ginsberg


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