Es gibt Läufe – und dann gibt es den Reschenseelauf.
Wenn sich am Samstag, dem 12. Juli 2025, über 2.300 Läufer auf die 15,1 Kilometer lange Reise um den Reschensee machen, dann ist das kein gewöhnlicher Wettkampf, sondern ein leuchtendes Sportfest unter Sternen. Zum 25. Jubiläum wird nicht gekleckert, sondern mit Stirnlampe und Südtiroler Charme geklotzt: Der Lauf wird als spektakulärer Night Run ausgetragen – und verwandelt das idyllische Vinschgau in eine Bühne für Geschwindigkeit, Ausdauer und ein bisschen Wahnsinn.
Sternschnuppen und Schweißperlen
Start und Ziel liegen in Graun im Vinschgau, direkt am Ufer des Sees, wo der berühmte halb versunkene Kirchturm sonst eher für romantische Sonnenuntergänge als für rasante Sprints bekannt ist. Doch wenn der Reschenseelauf ruft, verwandelt sich das Panorama in eine Lauf-Arena mit alpinem Herzschlag. „Es gibt keine Ausreden, nur Steigungen“, flüstert der Wind, wenn sich die Stirnlampen wie Glühwürmchen aneinanderreihen. Die Strecke? Wellig, abwechslungsreich, und so malerisch, dass man fast vergisst, dass einem die Waden brennen.
Ein See, viele Helden
Das Besondere am Reschenseelauf: Hier laufen nicht nur durchtrainierte Profis mit Hightech-Socken. Auch Hobbyläufer, Nordic Walker und sogar Handbiker zeigen, dass Sport in Südtirol kein elitäres Vergnügen ist, sondern ein Fest für alle, die sich gern bewegen. Und das Ganze mit dem Humor der Berge: Wer zu schnell startet, hat mehr Zeit, die Aussicht zu genießen – oder später einfach mehr Grund, sich am Ziel auf ein kühles Getränk zu freuen.

Der Lauf ist so bunt wie ein Tiroler Speckbrettl: Ambitionierte Läufer treffen auf Genießer, Vereinskameraden auf Urlauber, und irgendwo mittendrin überholt ein 70-Jähriger mit einem Augenzwinkern den Jungspund im neuen Carbon-Schuh. Seit einem Vierteljahrhundert beweist der Reschenseelauf, dass Ausdauer nicht nur mit Training, sondern auch mit Lebensfreude zu tun hat.
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Mehr als nur ein Rennen
Natürlich dreht sich nicht alles nur um Sekunden und Platzierungen. Rund um den Night Run wird ein Rahmenprogramm aufgefahren, bei dem auch das Herz mitläuft: Musik, lokale Spezialitäten und Begegnungen unter Sternenhimmel sorgen dafür, dass aus einem Sportevent ein echtes Dorffest mit internationalem Flair wird. Hier trifft der italienische Barista auf den norddeutschen Hobbyläufer, die Handbikerin aus der Schweiz auf den Südtiroler Jungbauern mit Startnummer. Und irgendwo sagt jemand mit einem Lächeln: „So a Lauf tuat nit nur de Bein guat.“
Reschenseelauf: Das leuchtende Original
Wer am zweiten Juli-Wochenende nicht selbst die Laufschuhe schnürt, hat etwas verpasst – oder wenigstens eine Ausrede parat. Der Reschenseelauf ist längst mehr als ein Wettkampf. Er ist ein Erlebnis, das bleibt – in den Beinen, im Herzen und in der Erinnerung. Also: Stirnlampe auf, Lächeln an, und los geht’s. Denn wenn der See ruft, läuft man – ob man will oder nicht.
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