Der Weltfußballverband FIFA gilt seit jeher als Geldmaschine, die ihre finanziellen Interessen über alles andere stellt.
Daran hat sich auch mit dem Wechsel zu Gianni Infantino als neuem Präsidenten nichts geändert. Fußball-Weltmeisterschaften werden an jene Länder vergeben, die eine Entwicklung des Sports in neue Märkte garantieren, selbst wenn die Umstände fragwürdig sind.
Fußball wird zum politischen Dauerthema
Das war bereits bei der letzten Vergabe an Katar zu beobachten. Die Austragung im Winter, fragwürdige Arbeitsbedingungen und weltweite Kritik prallten am Weltfußballverband ab. Am Ende hieß es wie immer: Dies war die beste Fußball-Weltmeisterschaft aller Zeiten. Beim kommenden Turnier in den USA, Mexiko und Kanada zeichnen sich schon jetzt ähnliche Diskussionen ab. Das schadet nicht nur dem Turnier, sondern dem Fußball insgesamt.
Das musste zuletzt die deutsche Fußballnationalmannschaft zur Kenntnis nehmen. Die politische und gesellschaftliche Diskussion wurde schon lange vor Turnierstart bis in die Mannschaft getragen. Anstatt sich auf das Training auf dem Laufband zu konzentrieren, drehte sich alles nur noch um den Ausrichter Katar. Entsprechend abgelenkt waren Thomas Müller und Co., als es in Katar darum ging, die eigene Rolle als Mitfavorit auszufüllen. Am Ende musste eine gedemütigte Mannschaft neuerlich vorzeitig abreisen.
Österreich im Mittelfeld der Teilnehmer
Das sollte für die österreichische Fußballnationalmannschaft eine Lehre sein. Schließlich ist sie seit 28 Jahren das erste Mal bei so einem Großevent mit dabei. Legale Online Casinos in Österreich bereiten sich seit Monaten auf die Fußball-Weltmeisterschaft vor und haben ihre Favoriten längst gekürt. Spanien führt die Favoritenliste vor England und Frankreich an, Österreich liegt derzeit auf Platz 19.
Doch unabhängig davon dominiert derzeit eine andere Schlagzeile die Meldungen. Im Mittelpunkt der Diskussionen steht wieder einmal der FIFA-Präsident. Gianni Infantino sorgte vor wenigen Wochen bereits für Empörung, als er bei der Auslosung US-Präsident Donald Trump einen eigens geschaffenen FIFA-Friedenspreis überreichte. Jetzt forderte er eine Rückkehr Russlands zum internationalen Fußball.
Wird Russland pardoniert?
Schon beim letzten Turnier in Katar wurde Russland von der FIFA ausgeschlossen. Angesichts des weiterhin anhaltenden Krieges gegen die Ukraine durfte das Land auch nicht an der Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada teilnehmen. Russland wird also auch in Amerika nicht mit dabei sein. Doch das ist Strafe genug, findet zumindest der FIFA-Präsident.
Scharfe Kritik in Europa
Er forderte zuletzt eine Rückkehr der russischen Teams. Entsprechend erfreut zeigte man sich in Russland, die EU ist hingegen empört. Der zuständige Sparkommissar der Europäischen Union, Glenn Micallef, betonte, dass Werte nicht verhandelbar wären. Wer Aggressoren in den Weltfußball zurückkehren ließe, ignoriere die Sicherheitsrisiken und jenen Schmerz, den der Krieg in der Ukraine verursacht habe. Schließlich gebe der Fußball im globalen Sport den Ton an. Wenn, so wie aktuell, die Rückkehr Russlands auch in anderen Sportarten ein Thema sei, dann würden diese Organisationen verstärkt auf die Aktivitäten der FIFA blicken.
Ähnlich scharfe Kritik äußerte auch die deutsche Politik. Die Rückkehr Russlands wäre eine Bankrotterklärung des Sports, sagte etwa der Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestags. Der Fußball trage eine besondere Verantwortung und diese müsse auch gelebt werden. Der FIFA-Präsident habe offenbar jeden moralischen Kompass verloren.
Natürlich äußerte sich auch die Ukraine, in Form des Außenministers, kritisch. Sie bezeichnete die Forderung nach einer Rückkehr Russlands als moralisch degeneriert, schließlich treibe das Land den Krieg gegen die Ukraine mit unverminderter Härte voran.
Interviews fachten die Diskussion an
Ausgangspunkt der Diskussion war ein Interview von Giovanni Infantino in der Schweizer Weltwoche. Dort hatte er gesagt, dass die FIFA konkret studieren müsse, wie man Russland wieder einbeziehen könne. Der Sport muss vereinend sein, gab er als Grund dafür an. Schließlich können Sportler und Fans nicht für die politischen Entscheidungen Russlands. Der Sport müsse auch weiterhin eine Brücke bleiben, je schneller alle Länder bei den Weltmeisterschaften mit dabei seien, desto besser.
Das bekräftigte Infantino in einem Gespräch mit dem britischen Sender Sky sogar noch. Er sprach davon, dass man die Suspendierung Russlands definitiv aufheben müsse. Dies gelte hauptsächlich für die Jugendmannschaften. Schließlich hätten diese nichts gebracht und nur noch für mehr Frustration und Hass gesorgt.
Dass die FIFA nicht zimperlich ist, bewies sie schon im Jahr 2018. Damals war die völkerrechtswidrige Annexion der Halbinsel Krim vier Jahre vorbei, trotzdem trug die FIFA die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland aus. Staatschef Wladimir Putin „bedankte“ sich bei Giovanni Infantino dafür mit einem russischen Freundschaftsorden. In Russland ist man angesichts des Vorstoßes von Infantino erfreut und schließt sich dessen Forderung an. Auch Russland sieht die Zeit gekommen, über ein Comeback nachzudenken. Man stehe in regelmäßigem Kontakt mit dem FIFA-Präsidenten, um eine neuerliche Teilnahme an den Bewerben zu ermöglichen.
Suspendierung nur unter Druck der Länder
Der europäische Fußballverband UEFA zeigt sich unterdessen auffallend zurückhaltend, ebenso der Deutsche Fußballbund. Beide lehnten einen Kommentar zu dem Vorstoß Infantinos ab. Eine rasche Rückkehr Russlands ist daher nicht in Sicht, doch der Anstoß für eine Diskussion in den Gremien ist zumindest gelegt.
Einen ersten Vorstoß in die Richtung gab es bereits im Herbst 2023. Damals stimmte auch Deutschland für eine Rückkehr der russischen U17-Mannschaften, doch der Beschluss kam nie zustande, weil 12 der 55 nationalen Verbände sich weigerten, gegen russische Mannschaften anzutreten. Schon die Suspendierung selbst war damals umstritten. Sowohl die FIFA als auch die UEFA wollten Russland ohne Flagge und Hymne antreten lassen, doch auch dieser Plan scheiterte am Widerstand zahlreicher Länder. Der Druck aus den Landesorganisationen führte schlussendlich zum Ausschluss von Russland aus den Bewerben.
Ob sich Infantino im aktuellen Streit rund um die Rückkehr Russlands in die internationalen Bewerbe durchsetzen kann, ist daher weiterhin offen. Gut möglich, dass die Diskussion erst nach dem Ende der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada wieder an Fahrt aufnimmt.

Kommentar schreiben