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Aneto Besteigung: Tour auf den höchsten Berg der Pyrenäen
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Beschreibung
Der Pico d'Aneto ist mit einer Höhe von 3.404 Metern der höchste Berg der Pyrenäen und nach dem Teide und dem Mulhacén der dritthöchste Punkt Spaniens.
Dementsprechend oft wird der Aneto bestiegen – zumal der Gipfel mit einer Dominanz von über 500 Kilometern einen spektakulären Rundumblick bietet. Die Route ist zwar alles andere als ein Spaziergang, setzt aber auch keine jahrelange alpine Erfahrung voraus. Ein bisschen Kondition, Trittsicherheit und sehr viel mentale Zähigkeit – und schon kann's losgehen.
Die Standardroute führt sogar ein Stück über einen Gletscher (Steigeisen notwendig, Pickel nicht zwingend). Schlüsselstelle ist der ausgesetzte Gipfelgrat, der bei guter Konzentration und Trittsicherheit in wenigen Minuten gemeistert ist. Viel prägender für die Tour ist aber der unfassbar zähe Aufstieg zwischen dem Refugio de la Renclusa, dem Portillon Superior und dem Gletscher. Wegspuren? Fehlanzeige. Stattdessen viele Steinmänner – allerdings so verteilt, dass sie oft mehr verwirren als helfen. Eine Art Steinmännchen-Orientierungsroulette.
Obwohl "nur" etwa 1.600 - 1.700 Höhenmeter zurückgelegt werden, ist die Tour durch das anspruchsvolle Gelände und die schwierige Wegfindung alles andere als einfach als Tagestour umzusetzen.
Beschreibung der Route auf den Aneto
- In der Sommersaison ist die Fahrt mit dem Auto nur bis zum Parkplatz Enterramiento Edad del Bronce kurz vor dem Hospital de Benasque möglich. Von dort fährt ein Bus die letzten 3 km bis zum Ende der Straße. Außerhalb der Saison kann man diese Strecke direkt mit dem Auto fahren. Wer den Bus (unter 4 Euro pro Fahrt) nicht nehmen möchte, muss etwa 60 Minuten zu Fuß gehen. Es gibt zwei Bus-Linien, soweit ich weiß. Einer fährt direkt von Benasque um 4:30 Uhr und 7:30 und dann noch einige Male im Laufe des Tages. Die Linie für 7:30 Uhr, erreicht den Auto-Parkplatz um etwa 7:50 Uhr - etwas spät für die Tour, aber bei guter Kondition noch machbar. Ansonsten gibt es im Laufe des Tages noch einen Bus, der regelmäßig auf der 3 km langen Straße hin und her fährt.
- Vom Ende der Straße führt ein einfacher Wanderweg über ca. 250 Höhenmeter zum Refugio de la Renclusa.
- Doch kurz nach der Hütte ist es vorbei mit der Gemütlichkeit. Der Weg wird zum steinernen Labyrinth. Die Route führt nun Richtung Süden – durchgehend über ein Meer aus Steinen und Felsen in Richtung Portillon Superior. Einen klaren Weg gibt es nicht mehr, nur noch Steinmänner, die teilweise so verwirrend gesetzt sind, dass sie eher zur Desorientierung beitragen. Die auf Karten eingezeichneten Routen stimmen oft nicht mit den Steinmännern überein. Kein Wunder, dass sich hier regelmäßig Wanderer verlieren.
- Auf etwa 2.700 Metern erreicht man einen Grat – und links davon erblickt man zum ersten Mal den Aneto. Ein magischer Moment – sofern man sich nicht gerade fragt, ob man überhaupt noch auf dem richtigen Weg ist.
- Man könnte nun theoretisch den Steinmännern am Grat bis zum Portillon Superior folgen. Allerdings ist der Grat gegen Ende recht ausgesetzt und etwa vergleichbar mit dem finalen Anstieg zum Gipfel (nur sogar noch länger). Deutlich einfacher ist die Variante unterhalb des Grates, ebenfalls mit Steinmännern markiert, die ebenfalls zum Portillon Superior führt.
- Vom Portillon Superior geht es kurz leicht bergab.
- Danach folgt weiterhin steiniges Terrain – und zwar im XXL-Format – Richtung Gletscher.
- Wer Zeit sparen möchte, hält sich so lange wie möglich unterhalb des Gletschers bzw. der Schneefelder. Erst fast direkt unterhalb des Aneto ist es notwendig aufzusteigen und anschließend die Steigeisen anzuziehen, um über den Gletscher den Schlussanstieg zu erreichen. Theoretisch könnte man den Gletscherbereich auch ostseitig umgehen – Zeit spart man sich dadurch aber nicht.
- Nach der kurzen Gletscherpassage kommen die Steigeisen wieder runter. Die ersten Meter erfordern etwas Kletterei, dann erreicht man ein flaches Gipfelplateau.
- Weiter geht es Richtung Süden – bis sich kurz vor dem Gipfel ein schmaler Grat öffnet. Das ist die berüchtigte Schlüsselstelle der Tour. Ja, dieser Grat ist ausgesetzt und verzeiht keine Fehltritte. Aber wer vorsichtig und konzentriert bleibt, hat diese Passage in wenigen Minuten geschafft (außer es staut sich... was leider öfter vorkommt).
- Am Gipfel des Pico d'Aneto wird man mit einem spektakulären Rundumblick über hunderte Kilometer belohnt. Herz, was willst du mehr?
- Der Abstieg erfolgt auf identischem Weg.
Optional ist auch eine Rundtour über das südwestlich gelegene Refugio de Coronas möglich. Auch vom Osten aus gibt es alternative Aufstiegsmöglichkeiten.
Streckenplan:
Schwierigkeit Aneto Besteigung
Die Schlüsselstelle vor dem Gipfel empfand ich als deutlich weniger schwierig, als oft beschrieben. In einem anderen Blog habe ich sogar Vergleiche mit dem Großglockner Normalweg gelesen - dem kann ich allerdings nicht zustimmen. Natürlich ist hier volle Konzentration gefragt – ein Fehltritt wäre fatal. Aber wer trittsicher ist, braucht kein Kletterprofi zu sein. Wesentlich fordernder ist die Tour in ihrer Gesamtheit. Besonders der Abschnitt zwischen der Hütte und kurz nach dem Portillon Superior zieht sich endlos und kann sogar zermürbend sein.
Dementsprechend braucht es für eine erfolgreiche Besteigung des Aneto definitiv gute Konzentration, viel Motivation und auch etwas Erfahrung.
Empfohlene Ausrüstung
Tatsächlich ist die Tour sogar mit Trailrunning-Schuhen umsetzbar. Ich war mit Trail-Laufschuhen unterwegs – den kurzen Gletscherabschnitt konnte ich damit problemlos (mit Steigeisen) begehen. Feste Schuhe bieten natürlich mehr Grip, bedeuten aber auch mehr Gewicht. Optimal sind wohl leichte Bergschuhe mit gutem Grip.
Steigeisen sind für den Gletscher notwendig. Ein Eispickel ist nicht zwingend erforderlich – wer Gletschererfahrung hat, kommt auch ohne aus. Ein Seil ist nicht nötig, da es auf dem mittlerweile kleinen Gletscher – zumindest im Bereich der Route – keine Spalten gibt.
Ansonsten sollten ausreichend Flüssigkeit, Verpflegung und Sonnenschutz mitgenommen werden. Wasser kann am Gletscher aufgefüllt werden, ebenso an kleineren Bächen und Wasserfällen oberhalb der Hütte.
Beste Jahreszeit und Tageszeit
Die Tour ist gut umsetzbar von Ende Juni bis September / Oktober.
Wochenenden sollten besser gemieden werden, da der Aneto besonders bei Spaniern und Franzosen beliebt ist. Kein Wunder – immerhin handelt es sich um den höchsten Punkt in den Pyrenäen, weit und breit.
Früh starten ist sinnvoll, da die Route durchgehend stark der Sonne ausgesetzt ist – und es sonst eher zum Sonnenwandern als Bergsteigen wird.
Anreise und Parken
Von Benasque fährt man Richtung Norden entlang der A-139. Am Ende der Straße rechts der Beschilderung zum Hospital de Benasque folgen. Vor dem Hospital gibt es eine große, gebührenfreie Parkfläche. Dort parken – und entweder mit dem Bus, Fahrrad oder zu Fuß die letzten 3 km bis zum Startpunkt der Wanderung. Außerhalb der Sommersaison ist die Straße auch mit dem Auto befahrbar.
Mein Tipp: Im Aufstieg den Bus nehmen (wenn die Wartezeit passt), im Abstieg gemütlich zu Fuß zurückwandern – ideal zum Auslaufen und Durchschnaufen.
Alle Informationen: Aneto Besteigung
- Als Zweitagestour mit Hüttenübernachtung möglich
- Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Talort möglich
- Bike & Hike
- Einkehrmöglichkeit(en) entlang der Route
- Felskontakt entlang der Route
- Helm zu empfehlen
- Kostenlos Parken
- Mit Gletscherkontakt
- Schotter-Passagen
- Steigeisen erforderlich
Route (GPX-Strecke): Aneto Besteigung
Hotel oder Unterkunft in Benasque
Karte
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