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Fußball ist alles andere als vorhersehbar. Das beweist seit rund eineinhalb Jahren der Berliner Traditionsklub Union Berlin.

Schon der Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse war eine Sensation. Immerhin bezwang der Dritte der 2. Deutschen Liga in den zwei Relegationsspielen den Traditionsverein VfB Stuttgart. Dieser musste daraufhin absteigen.

Kaum in der Deutschen Fußball-Bundesliga angekommen, sah sich der Neuling bereits mit apokalyptischen Prognosen konfrontiert. Union Berlin sei chancenlos und ein fixer Abstiegskandidat. Von solchen Aussichten angespornt, stellte der Verein sehr schnell unter Beweis, dass er gar nicht daran denkt, diesen Vorgaben zu entsprechen. Ganz im Gegenteil, nach einigen Spielen musste ausgerechnet der Titelkandidat Borussia Dortmund zur Kenntnis nehmen, dass Union Berlin zu Hause eine Macht ist.

Das 3:1 im eigenen Stadion brachte der Mannschaft zum ersten Mal die volle Punktezahl ein. In dieser Tonart ging es weiter, am Ende freute man sich über einen tollen elften Platz in der Tabelle. So stellte Union Berlin unter Beweis, warum Fußball von seinen Fans so sehr geliebt wird.

Unberechenbar erfolgreich

In einer Zeit, in der alles berechenbar geworden ist, überrascht die Mannschaft aus Berlin mit erfrischendem Fußball. Dort wo die großen Teams der Deutschen Fußball-Bundesliga scheinbar unbegrenzte Mittel zur Verfügung haben, setzten die Berliner auf Effizienz und konsequente Arbeit. Während die Künstliche Intelligenz längst auch den Fußball erobert hat und auf Basis unzähliger Daten wohlüberlegte Entscheidungen treffen kann, beweisen die Berliner, dass die Fußballwelt eben nicht nur aus Mathematik besteht.

Wie wäre es denn anders zu erklären, dass der Überraschungsaufsteiger, der vorletzten Saison mitten im Konzert der ganz Großen mitspielt? Während beim Schach längst die Maschine den Menschen besiegt hat und in immer mehr Anwendungsbereiche vordringt, kann man im Fußball auch mit bescheidenen Mitteln immer noch Spitzenleistungen erbringen. Verantwortlich für den Erfolg von Union Berlin ist vor allem jener Mann, der als Stoiker bekannt ist.

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Ein unbekannter Schweizer sorgt für Aufsehen

Der Schweizer Urs Fischer war erst im Sommer 2018 zum Verein gestoßen. Doch seine Bilanz ist bereits jetzt beeindruckend. Im ersten Jahr führte er sein Team in die Deutsche Fußball-Bundesliga. Dort konnte er sich entgegen aller Prognosen nicht nur behaupten, sondern auch zahlreiche Überraschungserfolge feiern. Nach einem Platz im Mittelfeld im Vorjahr spielt Union Berlin diese Saison mit den ganz großen Vereinen vorne mit.

Aktuell liegt die Mannschaft auf Platz fünf der Tabelle und damit auf Kurs für einen Platz in den europäischen Bewerben. Kein Wunder also, dass Urs Fischer bereits für höhere Weihen genannt wird. Sein Name taucht seit einigen Tagen im Kreise jener auf, die für die Nachfolge des glücklosen Lucien Favre bei Borussia Mönchengladbach genannt werden. Doch Fischer bleibt angesichts solcher Ehre gelassen. Der vor zwei Jahren in Deutschland noch unbekannte Trainer bekennt sich zu seinem Verein. Er stellt in Pressekonferenzen immer wieder klar, dass er ein Realist wäre, für Träume sei jetzt kein Platz. Er fühle sich in Berlin sehr wohl. Dabei gesteht er durchaus ein, dass er sich möglicherweise zu schlecht selbst erkaufe. Doch das sei vielleicht auch seine große Stärke. Er wolle jedenfalls seiner Linie treu bleiben.

Volle Konzentration auf das jeweils nächste Spiel

Der Höhenflug der Berliner ist sicherlich auch auf die konsequente Weiterentwicklung der Mannschaft und gezielte Einkäufe zurückzuführen. Dabei sticht vor allem Max Kruse hervor. Der Ex-Internationale hat sich seit seiner Rückkehr nach Deutschland zu seinem stabilen Faktor bei Union Berlin entwickelt. Er hält das Team zusammen und sorgt für entsprechende Tore. Im Spiel zuletzt gegen den VfL Wolfsburg zeigte sich, dass Union Berlin auch mit Rückschlägen gut umgehen kann.

Armband Love Running

Obwohl der Gegner zu Beginn in Führung gegangen war, behielt die Mannschaft die Nerven. Sie reagierte erwachsen und kämpfte sich zurück. Der Lohn war ein Punkt gegen das Top-Team. Warum das immer wieder so gut klappt, machte Urs Fischer nach dem Spiel klar. Er rechne niemals, wie viele Punkte er für den Klassenerhalt benötige. Für ihn gehe es in jedem Spiel darum so viele Punkte wie nur möglich zu erreichen. Dieses Motto gelte Spiel für Spiel.

Seine Mannschaft habe diese Einstellung mittlerweile verinnerlicht, daher werde er an dieser Herangehensweise auch nichts ändern. Erstes Ziel sei der mathematisch gesicherte Klassenerhalt, dann gehe es darum, was noch möglich ist. Union läuft, gilt also nun nicht nur mehr für die Lauf-, sondern auch für die Fußballfans. Wer den heiligen Rasen selbst einmal besichtigen möchte, hat im Mai 2021 das nächste Mal beim traditionellen Lauf dazu Gelegenheit.

Fußball-Stadion

Für die treuen Fans von Union Berlin sind die zahlreichen Erfolge jedenfalls gute Nachrichten. Sie sorgten ebenfalls von Beginn an für großes Aufsehen. Ihre unerschütterliche Treue und Fairness allen Gegnern gegenüber macht sie zum Vorbild für alle Stadien dieser Welt.


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