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Indoormarathon2012 EchoeventTeilnehmerrekorde, Streckenrekorde, Jahr für Jahr neue verrückte Laufeventideen!

Alles schön und gut, doch gerade die teilnehmer- und medienstärksten Events, leisteten sich im Kampf um noch mehr Aufmerksamkeit und noch größere Teilnehmerzahlen, nicht verzeihliche Pannen und Peinlichkeiten.

Deutsche aus anderem Planeten
Bestes Beispiel ist der dieses Wochenende stattgefundene Indoor "Marathon" in Wien. Schon vor der Laufveranstaltung muss sich der Laufexperte etwas verarscht gefühlt haben, als Organisator Hannes Menitz und das echo Event Team in zahlreichen Medien mit der "Weltpremiere" schlechthin protzten. Unsere naiven Journalisten übernahmen diese "Falschmeldung" natürlich fast durchgehend 1:1. In Nürnberg wird jedoch seit einigen Jahren ein Indoor-Marathon ausgetragen - scheinbar kommen die Deutschen aus einem anderen Planeten.

Bestzeiten am Fließband
Wenn man als Läufer zwischen 55 und 85 Euro (womit man sich in dem Bereich von Österreichs größter Marathonveranstaltung bewegt) für die Teilnahme am Viertel-, Halbmarathon oder Marathon bezahlt, darf man zumindest eine gute Organisation des Events erwarten. Fast durchgehend sah man zufriedene Gesichter die Ziellinie überschreiten. Waren denn Österreichs Volksläufer Mitte Dezember in Frühform? Bestzeiten am Fließband wurden gelaufen. Und das auf einer Strecke, die durchschnittlich alle 100 Meter Kurven aufweisen, die nur schwer ohne Zügelung des Tempos zu bewältigen waren. Da darf man doch schon einmal misstrauisch werden? Zu Recht! Bereits der Viertelmarathon, der über vier Runden durch die Messe Wien führte, war nach diversen Angaben von Läufern um 600 - 800 Meter zu kurz. Umgerechnet auf die Marathondistanz, sind das ca. 3 Kilometer die den Läufer erspart blieben.

Organisatoren wissen's besser
Eine AIMS-Vermessung (die einzige vom Weltleichtathletikverband akzeptierte Methode, um Laufveranstaltungen auf den Meter genau auszumessen) kostet den Veranstalter ungefähr 450 - 550 Euro, also einen Bruchteil der Einnahmen aus den Anmeldungen! Denn bei über 800 Teilnehmern, die einen Betrag von 55 Euro oder aufwärts bezahlen, ergibt das alleine durch die Anmeldegebühr einen Umsatz von ca. 50.000 Euro. Trotz dieser fürstlichen Summe war man nicht bereit, in eine AIMS-Vermessung zu investieren, die mittlerweile bei allen Großveranstaltern Standard ist. Aus den Fehlern scheint das Organisationsteam übrigens nicht gelernt zu haben. Eine Versetzung der Gitter, sollte pro Runde etwa die Strecke um 15 Meter verkürzt haben. Das heißt laut Herrn Menitz & Co war der Marathon lediglich 200 Meter kürzer als ausgeschrieben. (nach zahlreichen kritischen Anmerkungen hat Menitz mittlerweile seine Aussage korrigiert und die Marathonstrecke für 1.600 bis 1.760 Meter zu kurz beschrieben, was jedoch noch immer nicht der Wahrheit entspricht)

Für nächstes Jahr möchte man übrigens das Teilnehmerlimit auf 700 Läufer pro Bewerb ausweiten (somit insgesamt 2.100 Teilnehmer). Ob da jedoch nur annähernd so viele Läufer bereit sind, für viel Geld eine völlig falsch vermessene Strecke zu laufen, sei dahin gestellt!

Nicht die ersten pannenreiche Veranstaltung
Um nun aber doch die Organisatoren des Indoor Marathon etwas in Schutz zu nehmen, präsentieren wir euch nun noch einige Pannen der anderen Großveranstalter Österreichs:
Die neuen Organisatoren des Graz-Marathons schienen im Tüfteln nach einer neuen schnellen Strecke, scheinbar auf den Rest der Organisation vergessen zu haben. Halbmarathon-Läufer wurden auf die Marathonstrecke weitergeleitet, anstatt in das Ziel, Staffelläufer liefen hingegen bereits nach der Hälfte in das Ziel. Bei den Staffelübergabeplätzen verzichtete man sowohl auf Labstationen und Toiletten, Kilometeranzeigen wurden nach der Halbmarathonmarke nur noch in 5 km-Schritten markiert.

Der Vienna City Marathon zog aufgrund vier unterschiedlicher Startzeiten (dank "Catch Me If You Can") vor allem bei den Fernsehzusehern den Unmut auf sich. Nach den Zieleinläufen musste lange über die Siegerzeiten gerätselt werden. Das beliebte SMS-Service wurde durch eine App ersetzt, die am Veranstaltungstag eigentlich nie funktionierte.

Bezüglich Unwahrheiten vertreiben ist der Indoor Marathon bzw. Indoor Run auch nicht ganz alleine. Der dm-Frauenlauf prahlt damit, der größte Frauenlauf Europas zu sein. Der Flora Women's Mini Marathon in Dublin hat jedoch mit rund 40.000 Läuferinnen, ein deutlich größeres Teilnehmerfeld als Wiens Frauenlauf.

Foto ©echo event


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Kommentare   

+2
Ich glaub wir reden ein wenig aneinander vorbei, wenn du den Bodensee-Marathon ansprichst. Wie gesagt das war der Fehler eines externen Dienstleisters. Das in Wien war aber Eigenverschulden der Organisatoren.

Ich finde auch teils falsche Ankündigungen (Weltpremiere) nicht schlimm, aber die Organisatoren sahen ihre Fehler einfach nicht ein. Erst nach zahlreichen Kritikmeldungen gab es ein offizielles Statement, wo man den Läufer jedoch noch immer weismachen wollte, das die Vermessung deutlich geringer war als angenommen. Als Teilnehmer fühlt man sich nach solchen Aussagen schlichtweg verarscht.
Aber was geschehen ist, ist geschehen. 2013 wirds sicher besser
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-5
Also ich empfinde es schlimmer wenn ich nach "echten" 42 km ins ziel komme und nirgendwo meine gelaufene Zeit finde!!!! Du hast ne zeit, also kannste ja hochrechnen.
Und angeben, aufschneiden tun doch alle a bisserl! ORF, Pro7 da Wiener genau so wia der Berliner.
Ehrlich ich verstehe die Aufregung nicht wegen ab paar km zuwenig gelaufen.
Auch bei einem Erfahrenen Veranstalter arbeiten nur Menschen und diese können Fehler machen und wer gibt schon glei seine eigenen Fehler Zu??? Gutes Beispiel ist ja wieder die Zeitnehmung von drei länder Marathon, war ja eine sehr Erfahrene Firma, was mehrere Marathon Weltweit betreut!
Fehler passieren überall und kritisiert wird auch überall! Einfach ruhig Blut, lächeln und weitermachen :-)
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+3
Aber das ist schlichtweg Betrug. Wenn ich für einen Marathon oder Halbmarathon zahle, möchte ich auch diese Distanz laufen und nicht ein paar Kilometer weniger. Immerhin läuft man ja solche Distanzen auch oft um seine Entwicklung zu verfolgen, aber wenn die Angaben ungenau sind, bringt das alles nichts.

Außerdem sind das keine Anfänger beim indoor Marathon. Echo Event organisiert mehrere Laufveranstaltungen in Österreich, zum beispiel den Vienna Night Run. Und was bitte soll man von einem Organisator denken, der ständig mit Unwahrheiten um sich wirft: Wäre da die Aussage "Weltpremiere", oder kurz nach Laufende die Aussage "das der Lauf nur um 200 Meter zu kurz ist", erst nach zahlreichen Beschwerden auf Facebook haben sie ihre Aussage korrigiert auf "1800 Meter zu kurz", was aber noch immer schlichtweg nicht stimmt.
Da denkt man sich als Läufer, ob die uns für dumm verkaufen wollen!!

Ich hoffe auch das es nächstes Jahr besser funktioniert, die Idee ist ja keine Schlechte..
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-4
Nochmals, Fehler macht jeder! aus denen lernt man!! Der, die Veranstalter haben es sicherlich gut gemeind. Der Fehler mit der zeitnehmung passierte in V zweimal hintereinander nur das erste mal waren nur die Kinder betroffen. Also hat man nicht aus Fehlern gelernt. Wer wegen sowas an Veranstalter Verklagt, hat meiner meinung nach sonst nichts besseres zutun. Die Gerichte haben genug zutun und gstorben ist ja kohn läufer nur weil er zu kurz gelaufen ist!!!
Neue Veranstaltungen brauchen halt ab und zu etwas länger um zu 100% zufunktionieren. Ma sollte nit alles so eng sehen. Ist ja einer Gestorben. Der Veranstalter versucht ja alles wieder gut zumachen, bzw es besser zu machen.
Da braucht es keinen Revolverheftbericht, wie es die Bildzeitung in D. gerne macht. Nächstes Jahr funktioniert es sicherlich besser.
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+2
@Alf
1) Das Malheur beim Bodensee-Marathon mit der Zeitnehmung ist in keinster Weise dem Organisator zu verantworten.
2) Das was jedoch beim Indoor Marathon falsch gemacht wurde, liegt voll in der Verantwortung der Organisatoren und wurde höchst wahrscheinlich noch bewusst provoziert.
MIt der Wiedergutmachung "gratis Startplatz" möchten die Organisatoren auch nur einer Sammelklage aus dem Weg gehen. Bei solchen Events steht der Kommerz im Vordergrund - die finanzielle Selbstbereicherung. Die Interessen der Teilnehmer rücken hingegen in den Hintergrund. Und ich finde hier ist genau der richtige Platz um das auch deutlich zu machen.
Volksverhetzungsberichte gibt es hier meiner Meinung nach auch keine. Sie dir doch den Großteil der anderen Laufberichte an, großteils Artikel von Laufveranstaltern, denen hier die Möglichkeit geboten wird, ihr Event zu präsentieren.

Deine Kritik kann ich ganz und gar nicht nachvollziehen!
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-5
erstens, der ohne schuld ist, soll doch bitte den ersten Stein werfen. Fehler passieren überall da braucht es keine Volksverhetzungsberichte :-* :P
Zweitens, habt ihr in diesem Bericht wierdermal vergessen das Vorarlberg auch zu Österreich gehört. (nach Salzburg geht Österreich halt a bisserl weiter :-* :-* ) und somit habt ihr vergessen das Zeitnehmungsdebakle beim Dreiländer Marathon zu Berichten. (Wobei der Zeitnehmer war ja ein Deutscher 8) Also überall und immer passieren Fehler. Wir alle sand nit perfekt!! Der was meint er könne es besser solls zeigen. Das heißt, hdsport hat somit einen offiziellen Auftrag :-| eine bessere Laufveranstaltung auf die Beine zu stellen und nit nur immer zu schimpfen. :P :P :P :P
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-3
@Jürgen
Ich glaub der Bericht war nur auf die Österreichischen Läufe bezogen, weil dieses Jahr dort eben einige große Fehler gemacht wurden.
Klar gab es auch in anderen Ländern einige Probleme. Auch in Berlin hatte es der Führende nicht einfach, da zur ersten Hälfte des Halbmarathons die Zeitangabe des Führungsfahrzeuges ausgefallen war.
Wobei über den Fehler in Köln sogar auch hier berichtet wurde:
http://www.hdsports.at/leichtathletik/6486-skandalsieg-in-koeln-uralt-rekord-ausgeloescht
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+2
Ich muss ihnen in allen Punkten recht geben. Als Teilnehmer des Indoormarathons habe ich mich über jeden der angeführten Punkte geärgert. Allerdings ist meine Österreicheichische Seele etwas gekränklt ob der einseitigen Berichterstattung. In Deutschland geschehen leider auch große und kleine Pannen. Beim Köln Marathon 2012 wurde der Führende unmittelbar vor dem Ziel vom Führungsfahrzeug von der Strecke geleitet. Auf Grund dieses Fehlers wurde er "nur" zweiter. Ich weiß nicht, was schlimmer ist - ein Hobbyläufer, dem km bei einem lokalen Event fehlen oder ein Profi, dem ein Sieg bei einem großen Marathon entgeht.
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