Neusiedl ist neuer Staatsmeister!
Neusiedl Faustballerinnen fertigten im Finale um den Hallenstaatsmeistertitel sensationell Ligakrösus Arnreit ab, die nach 93 Pflichtspielsiegen in Serie erstmals wieder als Verlierer vom Platz gehen mussten
Am vergangenen Finalwochenende war es wiedermal soweit, die besten drei Teams der Faustball Frauen und Männerbundesliga trafen in Freistadt aufeinander. In beiden Kategorien kam es zu Außenseitersiegen. Union Arnreit und TUS Kremsmünster wurde die Hallenkrone abgenommen.
Hartes Stück Arbeit
Bereits am Freitag mussten die Weinviertlerinnen gegen Wels um den Einzug ins Finale kämpfen. Der erste Satz sah nach einer klaren Angelegenheit für die Welser aus, Neusiedl hatte zwar den Start verschlafen, jedoch kämpften sie sich nach einem 8:2 Rückstand souverän zum 9:9 Punkteausgleich zurück. Mehr war dann allerdings nicht drinnen, wobei der Schwung des Endspurts im ersten Satz, gleich den Satzgewinn des zweiten Satzes brachte. Es ging weiter heiß her und bis zum 2:2 Satzausgleich war noch alles offen. Nach der zehn-minütigen Pause ließen die Neusiedlerinnen, angeführt von Coach Roschitz nichts mehr anbrennen und holten die beiden noch fehlenden Sätze.
Auch ohne Ojo Nerven bewahrt
Trotz des Ausfalls von Ojo im letzten Satz (starke Krampfanfälle) ließ sich die Mannschaft um Routinier Ritschel nicht das Spiel der Welser aufzwingen und konnte diese ohne Probleme mit 11:4 besiegen. „Ich konnte einfach nicht mehr gerade stehen, hatte es zwar immer wieder probiert, bin allerdings auch immer wieder hingefallen. Wenn Wolfgang mir nicht gesagt hätte ich solle doch endlich liegen bleiben wär das noch länger so weitergegangen. Nach einer Behandlung des Physiotherapeuten der FG Grieskirchen Pötting, konnte er den Krampf lockern und ich wieder einigermaßen laufen. Zurück in der Halle war ich zuerst etwas schockiert, Stand war 9:2, nachdem ich jedoch darüber informiert worden war, dass wir in Führung lagen war ich einfach nur stolz und glücklich“, so Angreiferin Ojo. Die Frauen des SV Remeco Reichel SSB TV Neusiedl haben als Drittplatzierte den Einzug ins Finale geschafft. Mit einem 4:2 behaupteten sie sich über die Welserinnen und dürfen somit im Finale gegen Rekordmeister Union Arnreit antreten.
FSC Wels 08 vs. SV Remeco Reichel SSB TV Neusiedl; 2:4 (11:9, 5:11, 11:7, 9:11, 6:11, 4:11)
Blitzstart gegen Topfavoriten
Es kam also schon wieder zur Neuauflage des Finalspiels vom Vorjahr, eigentlich sieht das Finale in der Halle schon seit 2009 so aus, und immer gingen die Arnreiter Mädels als Siegerinnen vom Platz. Diesmal jedoch hatte keiner in dieser Form mit den Neusiedlerinnen gerechnet, schon von Anfang an zeigten sie, dass es heuer kein leichtes Spiel für die Arnreiterinnen werden würde. Gleich der erste Satz ging zugunsten der Herausforderinnen aus. Im zweiten Satz konnten sich die Titelverteidiger ganz knapp mit 10:12 durchsetzen. Ähnlich wie beim Halbfinalspiel wurden auch hier abwechselnd Sätze gewonnen. In einem äußerst spannendem Spiel, mit sehr viel schönen Aktionen im Angriff sowie in der Abwehr lagen beide Teams gleichauf, in Sätzen mit 2:2.
Neusiedl nicht mehr zu stoppen
Angespornt von den kleinen Teilerfolgen wollten es die Neusiedlerinnen wirklich wissen. Denn wie lange hieß es: „Wer kann bloß diese Arnreiter Mannschaft besiegen?“ Die Neusiedlerinnen konnten es, zum ersten Mal war es allen bewusst, alle kämpften bis zum Umfallen und gaben alles was sie nur konnten, sowohl im Spielfeld, als auch auf der Ersatzbank. Der Spielrausch der krassen Herde konnte einfach nicht mehr unterbrochen werden, es lief bestens. Alle Spielerinnen kamen zum Einsatz und egal auf welcher Position, sie konnten sich perfekt einfügen. Vor allem die erst 16-jährige Nicole Holzmann, die im Finale ihr Bundesligadebut in der Halle feiern durfte, gab sich überhaupt keine Blöße. Mit sensationellen Abwehraktionen in entscheidenden Phasen war sie ohne Zweifel ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.
Beeindruckende Arnreiter Siegesserie beendet
Neusiedl gewinnt mit 4:2 gegen die absolut favourisierten Arnreiterinnen, die seit über drei Jahren, über 90 Spielen ungeschlagen sind, 2-fache Weltpokalsiegerinnen, unzählige Europacup- und Staatsmeistertitel auf ihrem Konto haben. Doch Neusiedl war klar, dass sie genausoviel drauf haben, wenn nicht sogar etwas mehr. Und so schnell hatte man sich dann auch die Goldmedaille verdient. Ein gewaltiger, punktgenau geschlagener Ball von Ojo sicherte schließlich den Niederösterreicherinnen den Titel! Von den Zuschauerrängen hörte man, dass dies das spannendste Frauenfinale seit langem gewesen sei, dass das Team rund um Kapitänin Köhler eindeutig besser war und verdient gewonnen habe. „Es war einfach nur genial. Wir sind von Anfang an in das Spiel gegangen ohne darüber nachzudenken was passieren könnte, wenn wir einen Satz verlieren sollten, oder den Ball schlecht spielen. Wir haben einfach gekämpft, waren sehr flexibel und wir haben in jeder Phase zusammengehalten“, so die glückliche Antonia Ritschel.
„Dieser Titel ist gerade deswegen so schön, weil wirklich alle etwas dazu beigetragen haben, wir haben zusammen mit Freude Faustball gespielt, so sieht Teamwork aus! Eine für alle, und alle für eine“, so der stolze Erfolgstrainer Roschitz über den größten Erfolg der Frauen in der Vereinsgeschichte.
Union Arnreit vs. SV Remeco Reichel SSB TV Neusiedl; 2:4 (7:11, 12:10, 11:7, 4:11, 5:11, 9:11)
ENDSTAND Frauen
1. Remeco Reichel SSB TV Neusiedl/Zaya
2. Union Raiffeisen DIALOG Telekom Arnreit
3. FSC Wels 08
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